Leverkusener Philippe Kratz für seine choreografische Arbeit geehrt

Ehrung für Leverkusener : Choreograf des Jahres – Philippe Kratz

Der Leverkusener Philippe Kratz ist stART-Künstler bei Bayer Kultur und wurde für seine choreografische Arbeit geehrt.

Das Jahr begann bei Bayer Kultur mit erfreulichen Nachrichten aus Italien, wo der stART-Künstler Philippe Kratz bei der Fondazione Nazionale della Danza – Aterballetto unter Vertrag ist. Der Tänzer aus Leverkusen ist von dem italienischen Magazin „Danza&Danza“ zum Choreografen des Jahres gekürt worden und reiht sich damit in eine Riege absoluter Größen seines Metiers ein. Mit dem „Danza&Danza“-Award werden jährlich herausragende Leistungen im Tanz auszeichnet. Gegründet wurde er 1987 von Mario Bedendo, über die Vergabe der Preise in verschiedenen Kategorien entscheidet eine Jury. Gewürdigt werden Tänzer, Produktionen, Choreografen und neue Talente, die im Laufe des Jahres auf italienischen Bühnen zu sehen waren.

Seine erste Förderung im Tanz erhielt der 1985 in Leverkusen geborene Philippe Kratz bereits als Vierjähriger bei Helena Krassa. Später tanzte er am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium im Fach Bühnenkunst bei Suheyla Ferwer in mehreren Produktionen, bevor er sein Studium an der Staatlichen Ballettschule Berlin unter der Leitung von Professor Gregor Seyffert begann, das er 2006 als staatlich geprüfter Bühnentänzer abschloss. Seine erste Stelle trat er beim Ballett Dortmund an.

2008 wurde Philippe Kratz von Mauro Bigonzetti zu dem italienischen Spitzenensemble Fondazione Nazionale della Danza - Aterballetto als Solist berufen. Doch es war Cristina Bozzolini, die ihm die Chance ermöglichte, zudem choreografisch tätig zu werden. Schon mit seiner ersten Arbeit „Lettres d‘amour“ in 2012 über die Beziehung zwischen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir zeigte er eine bemerkenswerte Sensibilität, Stimmungen und Gefühle allein mit den Mitteln des Tanzes hervorzurufen. 2015 folgte mit „L’eco dell’acqua“ eine Ensemblearbeit für Aterballetto, in der Kratz seine Fähigkeit bewies, klare choreografische Strukturen zu schaffen, die reich an emotionalen Nuancen sind.

Im Jahrbuch der Zeitschrift „TANZ“ wurde Philippe Kratz Ende August 2016 als Hoffnungsträger im Bereich Choreografie bezeichnet. Danach dauerte es nicht lange, bis er sich auch in der internationalen Szene einen Namen machte: 2017 inszenierte er das Trio „SentIERI“ für das Wiener Staatsballett, 2018 gewann sein Duett „O“ - das war in der vergangenen Spielzeit 2018/19 auch beim Förderer Bayer Kultur zu sehen - den ersten Preis des renommierten „Choreografischen Wettbewerbs“ von Hannover.

Seine neue Arbeit „cloud|materia“, die er für Aterballetto entwickelt hat, etabliert ihn als Choreografen, der die Struktur beherrscht und weiß, wie man sie mit emotionalem Inhalt füllt, ohne Eleganz und Subtilität zu umgehen. Von der Brillanz dieser Produktion kann sich das Leverkusener Publikum überzeugen, wenn die Fondazione Nazionale della Danza – Aterballetto am 25. April um 19.30 Uhr im Erholungshaus auftritt. Zu sehen ist dort auch die Choreografie „cloud|materia“ von Philippe Kratz als deutsche Premiere. Im Abend-Programm „Dreamers“ sind zwei weitere Choreografien zu sehen: Traces (Rihoko Sato) und Secus (Ohad Naharin).