Leverkusener Original Kurt Stichnoth feiert 88. Geburtstag

Leverkusener Original feiert Geburtstag : Kurt Stichnoth wird 8 x 11 Jahre

Der bekannte Leverkusener Liedermacher, Sänger, Moderator und Büttenredner ist auf Du und Du mit der guten Laune und mit der Ordnung.

„Karneval am Strand der Dhünn – unvorstellbar ohne ihn!“ Das schrieb Prof. Eberhard Weise der Leverkusener Frohnatur Kurt Stichnoth vor 15 Jahren ins Stammbuch. Egal, ob in der Bütt oder als witziger und schlagfertiger Moderator am Mikro, auf der Bühne war das Leverkusener Original mit notorisch guter Laune immer in seinem Element. In diesen Funktionen hat er sich mittlerweile zurückgezogen. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten steht er nur noch als einer von vielen im Kreise seiner Sangesbrüder, bei Auftritten mit dem Opladener Männerchor Germania, dem er seit elf Jahren angehört.

Am heutigen Dienstag, 2. April,  feiert Kurt Stichnoth seinen 88. Geburtstag  – ein rundes Datum für einen waschechten Karnevalisten, der in der Session 1988/89 als Prinz Kurt II. die Narren regierte. Da war er längst kein Unbekannter mehr in Sachen Humor. Bereits drei Jahrzehnte vorher hatte mit dem Vortrag als „Leverkusener Fremdenführer“ alles begonnen, was er später als „Schüchterner Rheinländer“ fortsetzte. Er sang zunächst im Duett mit Christian Klösgen und witzelte etwa beim Vortrag mit Ukulele als „Halbstarker“, den er 1956 in die Bonner Beethovenhalle exportierte. Schon ab 1957 trat er bei Rundfunksendungen der Deutschen Welle auf neben Kollegen wie Marie Luise Nikuta und Jupp Schmitz. Stichnoth war zu Gast in der Närrischen Hitparade und hatte Fernsehauftritte bei Peter Frankenfeld. Ab 1974 arbeitete der Leverkusener Liedermacher als Dichter und Musikproduzent. Und er schrieb so manches Loblied auf seine Heimatstadt, denn er fand: „Leverkusen, das klingt schon wie Musik.“ So war der Tonträger überschrieben, den er mit eigenen Beiträgen  und denen verschiedener Chöre und Ensembles als „heiteren Melodienstrauß“ zusammenstellte.

Von seinen Liedern wurden in den 1980ern etwa 31.000 Singles und 3000 LPs verkauft. In der Zeit moderierte er heitere Chornachmittage, wie sie damals im Morsbroicher Sommer auf der Schlossterrasse stattfanden. Er unterhielt die Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen im Mittelmeer und in Südamerika, wo er sich einen Herzenswunsch erfüllte: Karneval in Rio. Und 2005 wirkte Kurt Stichnoth bei der Programmgestaltung zur Landesgartenschau in Leverkusen mit.

Privat ist er ein sehr ordentlicher Mensch, der Fotos, Texte, Erinnerungen und Zeitungsausschnitte gesammelt und mit akribischer Sorgfalt sortiert hat. Sämtliche Lieder, Parodien und Vorträge ab 1951 hat er auf CD eingespielt und so im O-Ton für die Nachwelt erhalten. Eine umfassende Dokumentation über 60 Jahre Bühnenarbeit und 40 Jahre in ehrenamtlichen Tätigkeiten in und für diverse Chöre. Als ausgebildeter Textildesigner gehörte Zeichnen immer zu seinem Handwerk. Nach dem Krieg arbeitete er bei der Schusterinsel AG in Opladen, entwarf bunte Stoffmuster mit Blumen oder Schmetterlingen. Auch diese kreativen Fähigkeiten setzte Stichnoth ehrenamtlich für mehrere Chöre ein. Er gestaltete Festschriften und Programme unter anderem mit Zeichnungen von historischen Bauwerken der Umgebung.

Das Geld, von dem er sich als Jugendlicher seine erste Gitarre kaufte, hatte er mit eigenen Bildern verdient. Damit war der musikalische Grundstein gelegt. Er nahm neben seiner Tätigkeit in der Textilindustrie Musikunterricht und machte Tanzmusik in verschiedenen Bands. Nach einer Umschulung zum Industriegrafiker arbeitete er in diesem Beruf 20 Jahre bei Bayer.

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