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Leverkusener Orientierungshaus als Startrampe in neues Leben

Früheres Hotel in Leverkusen : Orientierungshaus als Startrampe in neues Leben

Die Caritas hat ein früheres Hotel in Schlebusch zu einer Anlaufstelle für Wohnungslose umfunktioniert. Eine erste Bilanz ist positiv. Besucher berichten von ihren Erfahrungen.

 „Hier kann ich endlich zur Ruhe kommen und mich neu orientieren“, sagt Michael H., der seit Anfang Februar im Orientierungshaus Atrium wohnt. Er freut sich darüber, dass er hier mit Unterstützung eine neue Lebensperspektive erarbeiten kann.

Das Haus ist ein Angebot der Leverkusener Caritas. 18 Personen können in dem ehemaligen Hotel in möblierten Einzelzimmern mit eigenem Bad und Gemeinschaftsräumen Unterkunft finden. Es ist eine stationäre Wohnform für Menschen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind, wie es im Sozialgesetzbuch heißt.

Nun sind die ersten 100 Tage vorüber und die erste Bilanz fällt positiv aus. Vieles habe sich gut entwickeltt, sagen die Organisatoren. Als  Beispiel wird die die Kontaktaufnahme zu neuen Bewohnern genannt oder kreative Angebote, deren Ergebnis zur wohnlichen Gestaltung der Räume beitragen.

Ein Befreiungsschlag sei es für ihn gewesen berichtet Michael H., der sich hier zurück ins Leben kämpfen möchte und es gerade ganz neu kennenlernt, wie er sagt. Ein Weg zu einem Zuhause sieht er in seinem Aufenthalt im Orientierungshaus Atrium. „Corona macht es zwar gerade nicht leicht, aber das Positive überwiegt.“

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Die Einrichtung ist keine dauerhafte Wohnform. Während eines befristeten Aufenthaltes werden gemeinsam erste Schritte erarbeitet, die die Lebensverhältnisse stabilisieren, den aktuellen Unterstützungsbedarf klären und zur Annahme weiterführender Hilfen motivieren. Ziel ist, die Bewohner so zu begleiten, dass sie im Idealfall in eigenem Wohnraum wieder Fuß fassen und ihr Leben selbständig gestalten können.

Das Orientierungshaus Atrium kennen viele Leverkusener aus früheren Zeiten als Hotel in der Heinrich-Lübke-Straße in Schlebusch. Im Jahr 2015 wurde es zur Flüchtlingsunterkunft und seit diesem Jahr nun Herberge für einen weiteren Baustein der Leverkusener Wohnungslosenhilfe, die die Caritas im Auftrag der Stadt mit einem differenzierten Hilfesystem gestaltet.

Marc Vollmer leitet  das Orientierungshaus. Er lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt Leverkusen. „Wir arbeiten Hand in Hand“ sagt der langjährige Mitarbeiter der Caritas. Der gebürtige Leverkusener bringt viel Erfahrung in der Arbeit mit wohnungslosen Menschen mit und erlebt die Klientel in dieser neuen Umgebung von einer ganz anderen Seite. Viele bewegende Geschichten haben er und seine Kollegen in den ersten 100 Tagen schon erlebt. So wie die von Gabi O. oder Peter M., die seit mehreren Jahren obdachlos waren und jetzt neue Wege gehen. Fachdienstleiterin Stefanie Strieder freut sich, dass mit dem Orientierungshaus nun auch jüngere Menschen erreicht werden können. „Wir beobachten, dass sie hier Vertrauen fassen, sichtlich aufblühen und ihr Leben wieder in die Hand nehmen.“

(bu)