Leverkusener Naturbünde küren Vorgarten-Vorbilder

„Bunt statt grau“ : Naturbünde küren Vorgarten-Vorbilder

„Bunt statt Grau“ – 13 Leverkusener Gartenliebhaber bewarben sich bei der Aktion „Naturnaher Vorgarten“.

Blühende Stockrosen, duftender Lavendel, bunte Wildblumen – die meisten Gartenbesitzer freuen sich, beim Blick in die Oase hinter dem Haus möglichst viel Grünfläche zu sehen. Anders sieht es im Vorgarten aus. Die wenigen Quadratmeter vor der Haustür gleichen vor allem in Neubaugebieten oft einer Schotterwüste.

Mit dem Wettbewerb „Naturnaher Vorgarten“ wollen Naturbund (Nabu) und der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) dem Phänomen der „Steinwüste“ entgegen wirken. Ingrid Mayer, Sprecherin der BUND-Kreisgruppe Leverkusen, berichtet: „Wir möchten ein Statement setzen gegen die grauen, toten und tristen Vorgärten im Stadtgebiet.“ Der sechsköpfigen Jury sei es sehr schwer gefallen, eine Platzierung festzulegen, betont Mayer. Jeder der besichtigten Vorgärten sei einzigartig und solle gewürdigt werden. Trotz Entscheidungsschwierigkeiten stehen letztlich die vier Gewinner(teams) fest (siehe Info).

Ein solch gepflegter Garten erfordert Hingabe und Mühe. „Meine Frau hat immer die Schere in der Hand und alles im Griff“, berichtet Franz Schmitz aus Opladen. In ihrem Vorgarten beherbergt Familie Schmitz nicht nur seltene Pflanzenarten wie eine aus Peru stammende Giftbeere, sondern bietet auch Lebensraum für Wildbienen. Ihre Leidenschaft zum Gärtnern entdeckte Monika Schmitz erst, als sie ihren Mann kennenlernte. „Ich war so beeindruckt von seinem Tier- und Pflanzenwissen, dass ich selbst anfing, mehr darüber zu lernen“, erzählt sie. Seither kümmern sich die beiden mit Herzblut um ihren sich stetig verändernden Garten.

Doch auch Berufstäige mit weniger Zeit können mit einem begrünten Vorgarten an der Artenvielfalt und Lebensqualität Leverkusens mitwirken. Ein Beispiel sind die Gewinnerinnen Rosemarie Nöhre und Astrid Weingarten. Ihr Vorgarten in Opladen ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die vor einigen Jahren noch durch einen Zaun abgetrennten Vorgärten der Nachbarinnen sind mittlerweile zu einer einheitlichen grünen Lunge verschmolzen. „Unsere Briefträgerin hat uns vor einigen Monaten auf die Idee gebracht, bei der Aktion mitzumachen“, berichtet Rosemarie Nöhre. Astrid Weingarten, die aufgrund ihres Vorgartens nicht selten mit Passanten ins Gespräch kommt, ergänzt: „Ein begrünter Vorgarten ist auf Dauer pflegeleichter als ein Schottergarten.“ Denn nach einigen Jahren bahnt sich das Unkraut doch den Weg durch die Steine. „Wir raten jeden dazu, in dem eigenen Vorgarten mehr als nur ein kurz geschnittenes Form-Sträuchlein blühen zu lassen; für die eigene Freude, Mitmenschen, Lebensqualität, Tiere und Pflanzen. Oft bewirken schon ein paar Wildblumensamen wahre Wunder“, sagt Ingrid Mayer.