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Leverkusener muss sich in Köln für Raub verantworten

Prozess neu aufgerollt : Leverkusener muss sich in Köln für Raub verantworten

Ein Fall aus dem Sommer 2011 wird seit Montag vor dem Landgericht Köln nochmal aufgerollt. Dem Angeklagten aus Leverkusen wird vorgeworfen, im Juli vor acht Jahren  mit einem unbekannten Mittäter in die Wiesdorfer Wohnung einer damals 65-jährigen Frau eingebrochen zu sein.

Dabei sollen die Täter ein Baugerüst am Nebenhaus emporge­klettert sein, um sich über die Terrassentür Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Die schlafende Frau soll von einem Täter ins Kissen gedrückt und mit Klebeband gefesselt worden sein. Dabei sollen ihr auch die Augen und der Mund zugeklebt worden sein. Die Täter hatten ihr laut eigener Aussage gedroht, sie umzubringen oder ihr die Finger abzuschneiden. Dabei verletzte sie einer der Täter mit einer Schere am Hals. Die Männer flohen mit rund 1600 Euro und Wertgegenständen. Die Frau ließen sie gefesselt in der verschlossenen Wohnung zurück.

Im September 2014 wurde der Angeklagte in einem nicht-rechtskräftigen Urteil zu vier Jahren und acht Monaten verurteilt. „Mehr als drei Jahre später sitzen wir jetzt hier“, fasste es die Kammer zusammen. Der Verteidiger nannte es einen „Schweinsgalopp“ in dem alle Beweise im Schnelldurchgang nochmal durchgegangen wurden.

In einer Stellungnahme schilderte der Angeklagte noch einmal, dass er hohe Schulden hatte und in einem Leverkusener Club einen Albaner kennenlernte. Dieser habe ihn zu der Tat angestiftet. Allerdings habe er Zweifel bekundet, als er gesehen habe, dass Licht in der Wohnung brannte. Daraufhin habe der Albaner ihm und seiner Familie gedroht. Diese Drohung gab er auch als Grund an, weshalb er mitgemacht habe. Am Ende des Raubs habe der Albaner ihn aufgefordert, den Schmuck in ein Gebüsch zu legen und nach Hause zu gehen. Von der Beute sah der Angeklagte nach eigener Aussage nie etwas.

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Die Staatsanwaltschaft beschränkte sich auf den Vorwurf des besonders schweren Raubes, da der Angeklagte versucht habe, die Situation für die Geschädigte „zu entspannen“, indem er der gefesselten Frau ein Glas Wasser und eine Zigarre gereicht habe. Zudem wertete sie den Raub als minderschweren Fall, da der Angeklagte Geldnot – rund 20.000 Euro – gehabt habe, und  forderte vier Jahre und drei Monate. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre und sechs Monate wegen wesentlicher Verzögerung. Aufgeflogen war der Angeklagte bei einem Einbruch nur zwei Monate später. Seine DNA passte zu der, die am Handgelenk der Geschädigten gefunden wurde. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.