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Leverkusener Malerin Eloba räumt auf

Kunst in Leverkusen : Schauen abgesagt, Malschule zu – Eloba räumt nun auf

Ihre Ausstellung „panta rhei“ im Burscheider Kulturbadehaus konnte Ellen Loh-Bachmann (Eloba) am vergangenen Sonntag noch mit wenigen, wenn auch sehr interessierten Besuchern eröffnen. Doch nun ist der Publikumsverkehr wegen der Corona-Pandemie auch dort gestoppt.

„Jetzt hängt sie da so rum“, sagt die Künstlerin, die nun sehr viel Zeit hat, um ihr Opladener Atelier aufzuräumen. Elobas Malschule, die in diesen Räumen tätig ist, wurde ebenso geschlossen wie alle anderen kulturellen Aktivitäten.

Und die Ergebnisse, die ihre Schüler ab Sonntag in der 23. Jahresausstellung zeigen wollten, bleiben erst einmal zu Hause. Selbst wenn sie wollten, in der Friedenskirche, wo diese Präsentation bisher regelmäßig stattfand, sind sämtliche Aktivitäten abgesagt. Vielleicht lässt es sich irgendwann nachholen. „Ich werde es überleben“, sagt Ellen Loh-Bachmann, obwohl die Einnahmen durch den Mal-Unterricht wegfallen und sie nicht erwartet, dass in der jetzigen Situation irgendjemandem der Sinn nach dem Kauf von Kunst steht.

Aber sie weiß sehr gut, dass es bei Kollegen an die Existenz geht. „Künstler, die sowieso wenig verdienen, haben gar keine Einnahmen mehr.“ Denn Workshops und Kurse in Schulen und anderen Einrichtungen laufen meist auf Honorarbasis. Der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) hatte so viele Anfragen, dass Eloba und ihre Kollegen mit einer Rundmail über den derzeitigen Stand eines Nothilfefonds informiert wurden. Künstler, die besondere Belastungen zu befürchten haben, sollen dort Unterstützung beantragen können. Hilfen etwa für Einkommensverluste durch Ausfälle von Honoraren für Kurse, Führungen oder Performances, entgangene Verkaufschancen wegen abgesagter Kunstmessen, Ausstellungen und Aufenthaltsstipendien. Wenn absehbar ist, dass ein jährliches Mindesteinkommen von 3900 Euro nicht erreicht werden kann.

Das Andere sind die Belastungen durch fixe Kosten wie Raummiete, Rückforderung von Fördermitteln bei abgesagten Maßnahmen oder wenn das Geld für die Sozialversicherung fehlt. Eloba will die Zeit nun für sich nutzen. Im letzten Jahr hat sie neben der künstlerischen Tätigkeit auch viel organisatorische Arbeit für die AG Leverkusener Künstler, die Gruppe südamerikanischer Künstler und die Europa Union geleistet. „Das ist mit einem Schlag alles weg“, sagt sie. „Ich will mich auf meine eigene kreative Arbeit konzentrieren. Schon immer hat sie das politische Geschehen in ihrer Malerei verarbeitet und kommentiert. Ganz sicher werde auch die Pandemie Einfluss nehmen. Aber wie ein Corona-Virus malen in seiner ganzen Bedrohung für Leben und Existenzen? Wenn sie die mikroskopischen Vergrößerungen betrachte, müsse sie doch zugeben, dass es eigentlich ein sehr schönes Bild sei.