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Leverkusener Konzern: Covestro will bis 2035 klimaneutral sein

Rekorddividende von 3,40 Euro je Aktie vorgeschlagen : Covestro will bis 2035 klimaneutral sein

Der Kunststoffhersteller und der einstige Mutterkonzern Bayer stellten ihre Bilanzen vor. Die sind gut. Covestro sagt sogar: „Wir waren 2021 wir teilweise ausverkauft.“

Bayer will‘s bis 2030 werden, Lanxess bis 2040. Nun hat Covestro ein Datum genannt, bis zu dem der Kunststoffkonzern klimaneutral sein will: 2035. Konzernchef Markus Steilemann verfolgt schon seit einigen Jahren das Ziel, das Unternehmen komplett auf Kreislaufwirtschaft auszurichten.

2021 habe „Covestro seine Treibhausgasemissionen um 54 Prozent gegenüber 2005 senken können und damit das vorherige Nachhaltigkeitsziel bis 2025 übererfüllt“, teilt der Leverkusener Dax-Konzern gleichzeitig mit seinen Bilanzzahlen mit.  Bis 2030 sollen sie aus eigener Produktion und externen Energiequellen um 60 Prozent auf 2,2 Mio. Tonnen gesenkt werden. Auch die Treibhausgasemissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen in der Wertschöpfungskette sollen schrumpfen. Ein Reduktionsziel will Covestro im kommenden Jahr bekannt geben.

Markus Steilemann: „Wir alle müssen uns noch mehr anstrengen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens (Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen, Anm. d. Red.) zu erreichen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen die Aufgabe im Schulterschluss meistern, um die ehrgeizigen Klimaziele umzusetzen.“

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Finanzchef Thomas Toepfer fasst die Bilanzzahlen für 2021 so zusammen: „Wir blicken auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück, das von einer starken Nachfrage geprägt war. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass wir über weite Strecken des Jahres 2021 praktisch ausverkauft waren.“ In Zahlen: Die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft stiegen im Vergleich zu 2020 um zehn Prozent. Der Konzernumsatz kletterte um 48,5 Prozent auf 15,9 Mrd. Euro (2020: 10,7 Mrd.). „Damit erreichte Covestro den höchsten Umsatzwert der Unternehmensgeschichte“, meldet der Konzern. Der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen, Zinsen (Ebitda) hat sich mehr als verdoppelt auf 3,1 Mrd. Euro (1,5 Mrd.), das Konzernergebnis in Höhe von 1,6 Mrd. Euro hat sich gegenüber 2020 mehr als verdreifacht (459 Mio. Euro). Die guten Kennzahlen werden auch die Anleger zu spüren bekommen: Steilemann schlägt eine Dividende von 3,40 Euro je Aktie vor.

Werner Baumann kündigte am Dienstag bei der Bilanzvorstellung eine Bayer-Dividende von zwei Euro an. „Das ist eher am unteren Rand unserer Ausschüttungskorridors von 30  bis 40 Prozent des Konzernergebnisses“, bemerkt Finanzchef Wolfgang Nickel. Bayer wolle aber viel investieren und zudem Schulden abbauen.

Auch beim Life-Science-Konzern war 2021 „ein operativ und strategisch richtig gutes  Jahr“, betont Werner Baumann. Der Umsatz legte um  neun Prozent auf 44,1 Milliarden Euro zu – „und liegt damit um eine Milliarde über unserer Prognose“.  Das Ebitda schrumpfte zart um 2,5 Prozent auf 11,2 Mrd. Euro. Baumann sagt, der inflationsbedingte Kostenanstieg und negative Währungseffekte seien weitgehend kompensiert worden. Das Konzernergebnis liegt bei einer Mrd. Euro.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität  komme der Konzern voran, betont der Manager. Bayer habe seine direkten und indirekten Treibhausgasemissionen 2021 um 11,5 Prozent gesenkt. „Wir haben im vergangenen Jahr wirtschaftlich zugelegt – und gleichzeitig die Emissionen reduziert. Das bedeutet: Wir haben Wachstum und CO2-Ausstoß entkoppelt.“ Dazu trug bei, dass das Unternehmen  im vergangenen Jahr  Verträge über rund 600.000 Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien abschloss und damit deren Anteil im Strommix auf etwa ein Viertel erhöhte.

Wie Lanxess auf dem Weg zur Klimaneutralität vorankommt, wird Unternehmenschef Matthias Zachert kommende Woche bei der Bilanzvorstellung skizzieren.