Leverkusener Traditionsverein wird neu belebt Mit der Kasinogesellschaft Kultur gemeinsam erleben

Leverkusen · Mit neuem Vorstand bietet der Traditionsverein attraktive Angebote zum Erleben von Kultur in Gesellschaft. Neue Mitglieder sind willkommen.

 Kultur gemeinsam erleben: Ronaldo Brüning (links) und Thomas Flensberg wollen die Kasino-Gesellschaft neu beleben.

Kultur gemeinsam erleben: Ronaldo Brüning (links) und Thomas Flensberg wollen die Kasino-Gesellschaft neu beleben.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Als im Januar 1901 die Kasino-Gesellschaft Leverkusen gegründet wurde, war es ein ziemlich elitärer Männerverein. Carl Duisberg, damals Vorstandsvorsitzender der Farbenfabrik Bayer, hatte den Anstoß zu einem regen Club-Leben mit Veranstaltungsprogramm am noch jungen Bayer-Standort in Wiesdorf gegeben. Das hat sich in den vergangenen 123 Jahren grundlegend geändert. War doch die Mitgliedschaft anfangs den höheren Bayer-„Beamten“ vorbehalten, so öffnete sich der Kreis immer mehr. Heute ist die Mitgliedschaft längst nicht mehr an eine Beschäftigung in der Firma geknüpft. „Mitglieder können alle natürlichen und juristischen Personen werden, die den Zweck des Vereins unterstützen“, heißt es in der Satzung. Und dieser ist das Erleben von „Kultur in Gesellschaft“.

Das ist das Motto, unter dem Thomas Flensberg angetreten ist. Der promovierte Apotheker und Weinbauer wurde im November zum Vorsitzenden gewählt und wartet noch auf einen Stellvertreter. Unterstützt wird er von Ronaldo Brüning, der sich um Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit kümmert, sowie mehreren Ehrenamtlern in unterschiedlichen Funktionen. Gemeinsam wollen sie die Gesellschaft neu beleben, deren Weiterführung vor gut einem Jahr ziemlich in Gefahr war. Damals fand sich niemand bereit, die Vorstandsarbeit zu übernehmen.

Die Personalkrise ist überwunden, und es geht mit frischem Schwung und neuen Ideen in eine Zukunft, in der man auch die Zahl von derzeit 500 Mitgliedern steigern möchte. Und zwar mit attraktiven Angeboten, über die eine gedruckte Broschüre informiert. Die zusätzlich auf der Homepage – die wird im nächsten Schritt neu, moderner und übersichtlicher gestaltet – regelmäßig aktualisiert und ergänzt werden.

Vorträge, Stadt- und Museums-Führungen sind dabei die Klassiker im Programm. Die Themen sind breit gestreut vom Fachreferat über Asteroideneinschläge oder Künstliche Intelligenz bis zum persönlichen Erfahrungsbericht über einen ehrenamtlichen Naturschutz-Einsatz auf Helgoland.

Auf organisierten Tagesausflügen kann man sich an und über besondere Orte informieren, eine exklusive Museumsführung erleben oder, ganz neu, als Familie an einem Teamtraining Mensch und Hund teilnehmen. Grundsätzlich ist dafür gesorgt, dass sich die Teilnehmer anschließend bei einer Tasse Kaffee, einem Bier oder Glas Wein über das gemeinsam Erlebte austauschen und kennenlernen können. Sämtliche Angebote sind übrigens nicht allein den Mitgliedern vorbehalten, sondern auch Gäste sind dabei ausdrücklich erwünscht und willkommen. „Kultur in Gesellschaft bedeutet, dass wir kein reiner Ticketverkaufsverein sind, sondern im Gegenteil versuchen wir, dass die Teilnehmer an unseren Führungen, Vorträgen, Theaterveranstaltungen, Tagesausflügen und auch Weinverkostungen die Gelegenheit bekommen, sich untereinander auszutauschen und kennenzulernen“, betont Flensberg.

Das kürzlich verstorbene Ehrenmitglied Prof. Eberhard Weise hatte vor 60 Jahren einen Stammtisch ins Leben gerufen, der immer noch monatlich stattfindet, im Mai wird der runde Geburtstag gefeiert. Tanzkurse und Bälle gibt es schon seit Jahren nicht mehr, aber Flensberg möchte wieder Tanzveranstaltungen anregen, etwa als Tanz in den Mai. Außerdem wird es, in Zusammenarbeit mit dem Weinkeller der Bayer-Gastronomie, Weinproben zu bestimmten Anbau-Regionen geben. Und man vereinbarte ganz neu eine Kooperation mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen, bei deren Konzerten die Kasinogesellschaft als Bonbon für ihre Mitglieder einen Champagnerausschank plant. Gerne möchte der Vorstand das auf weitere Kultur-Partner in der Stadt ausweiten. Bis zum 125-jährigen Bestehen Anfang 2026 sollte sich noch viel tun.

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