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Leverkusener Karneval im Netz: FLK-Prunksitzung im heimischen Gürzenich

Leverkusener Karneval gegen die Corona-Durststrecke : FLK-Prunksitzung im heimischen Gürzenich

Der Festausschuss Leverkusener Karneval (FLK) macht jecke Stimmung per Internet möglich. Als Überbrückung der Corona-Durststrecke prima, aber kein Ersatz für den „echten“ Karneval, urteilt unser Reporter.

Ticket gekauft, Technik gecheckt, Kostüm komplettiert, den privaten Gürzenich dekoriert, Bier, Schnittchen und Chips platziert: Es kann losgehen mit der ersten virtuellen Karnevalssitzung des Festausschusses Leverkusener Karneval (FLK). Zo Hus, im eigenen Gürzenich, nur mit der Familie die gestreamte Prunksitzung genießen: Das ist seit Freitag möglich und für manchen Leverkusener Karnevalsfan ein närrisches Licht am Ende des Corona-Tunnels. Wer sich dazu über Konferenz-Apps mit Freunden trifft, kann „getrennt gucken und gemeinsam feiern“, sagt FLK-Präsident Thomas Lingenauber: „Eine wunderschöne Sache.“

Unsere Redaktion war zum Start ab 19.11 Uhr dabei. Spaß hat das vom FLK-Literaten Sven Hagen zusammengestellte Sitzungsprogramm mit Höhner, Köbes Oli, Fritz Schopps, Kragenköpp, Boore und Miljö tatsächlich gemacht. Aber ganz ehrlich: Die aus abgerufene kölsche Musik und die fröhlichen Bilder können den „echten“ Live-Karneval mit Schunkeln, Bützje, Trubel und Gemütlichkeit nicht ersetzen. Als Corona-Zwischenlösung war der Abend mit den Präsidenten Lingenauber, Peter Schmitz (Prinzengarde Leverkusen), Peter Rösgen (Komitee Opladener Karneval, KOK), Lothar Höveler (Rote Funken Leverkusen), Hagen Norhausen (Burgknappen) und Prinz Marijo I. Klasic aber ein feines Angebot. Netter Nebeneffekt: Wer Getränkenachschub holen muss, kann die Sitzung per Klick pausieren lassen.

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Ein Ticket zum Freischalten der FLK-Sitzung kostet rund elf Euro. „Das Geld geht an die Künstler, wir vom FLK haben nichts davon.“ Der Festausschuss musste für die eingespielte Moderation und das Zusammenstellen der „Sitzung“ mit vorproduzierten Band- und Büttenredner-Auftritten bezahlen. Die Kosten sponsern Energieversorgung Leverkusen (EVL) und Sparkasse. Die FLK-Sitzung lässt sich bis Karnevalsdienstag (16. Februar) abrufen. „Wir hoffen, mit diesem Angebot auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken“, sagt Höveler. Der Funken-Präsident mailte 3000 Fans an und warb für die Sendung.

Wer sich den Klängen der Bands oder den Büttenreden hingibt, mitsingt und schunkelt, kann zwischendurch vergessen, dass die professionelle Fröhlichkeit ohne Saalpublikum aus der Konserve kommt. Karnevalsprofi Höveler etwa feierte mit der Familie und kostümiert vor dem Fernseher. Stimmung steigernd ist, wenn die Sänger so tun, als ob sie direkt vor Zuschauern stehen: Da fliegen auf Wunsch von Boore und Kragenköpp die Hände zum Himmel, fröhliches Rudelklatschen dank weltweitem Netz. Die beste aller Ehefrauen kommentierte die Internet-Show messerscharf: „Schöner als viele Fernsehsitzungen.“

Für FLK-Präsident Lingenauber und Freunde war die Aufzeichnung der Moderationen bei der Jeckstream-Aufzeichnung in Erftstadt eine Herausforderung: „Närrische Programmansagen auf einer Bühne in einem total stillen Studio das ist hart“, sagte Lingenauber. Dazu lautete die Regieanweisung: Genau auf der markierten Stelle stehen bleiben. Den Körper nicht bewegen, höchstens die Arme.

„Herr FLK-Präsident, gut gemacht“, können wir nach der zweistündigen „Premiere-Sitzung“ sagen. Gilt auch für seine jecken Kollegen. Sie freuen sich schon auf die Proklamation am 11.11. im Forum. Lingenauber: „Wir bereiten schon alles vor....“