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Leverkusener Jugendkunstwoche geht zu Ende

Jugendkunstwoche : Eher Akademie als Sommerlager

Bei der Jugendkunstwoche war im Corona-Jahr 2020 diesmal vieles anders als die jungen Teilnehmer es sonst gewöhnt sind. Das prägte auch die Arbeitsatmosphäre. Die Freude kam aber nicht zu kurz.

Vorsichtig zieht Leonie das Papier von der Druckplatte ab. Ein spannender Moment, doch sie ist mit diesem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Sie wollte, dass beim zweiten Druck mit blauer Farbe mehr von dem Gelb des ersten Durchgangs zu sehen ist. „Da muss ich noch etwas mehr von der Linoleumplatte wegnehmen“ –  die 14-Jährige weiß, was nun vor dem nächsten Versuch zu tun ist. Sie kennt sich schon aus mit Drucktechnik, das hat sie in früheren Ferien-Workshops der Jugendkunstgruppen (JKG) bei Kursleiter Alfred Prenzlow gelernt.

Und doch war bei der Jugendkunstwoche 2020, die am Freitag zu Ende ging, manches ganz anders – Corona bedingt. Es gab keine lange Tafel unter dem Vordach, an dem normalerweise alle 50 Teilnehmer gemeinsam das Mittagessen einnehmen und sich gegenseitig von den Erlebnissen in den einzelnen Kunst-Angeboten erzählen. Die Mahlzeit war komplett gestrichen, die Workshop-Zeit für alle halbiert in eine Vor- und eine Nachmittagsschicht. „Wir sind aber froh, dass wir so genauso viele Zehn- bis 14-Jährige unterbringen konnten“, sagt JKG-Leiter Claus Faika. Bei der Planung im März war nicht einmal klar, ob das ganze Projekt abgeblasen werden müsste. Mit den gefundenen Abstands- und Hygieneregeln habe es wunderbar geklappt.

Und alle sind äußerst zufrieden, das zeigt ein Blick auf die Anwesenheitsliste: Nur Häkchen, nicht einer hat einen Termin versäumt. Alle durften zwei der fünf Kreativ-Angebote aussuchen, und die meisten haben ihre Erstwahl bekommen, entweder von Montag bis Mittwoch oder nach dem Wechsel am Donnerstag und Freitag. Anders war dieses Mal die feste Gruppen-Aufteilung mit jeweils fünf Teilnehmern. Und es war deutlich ruhiger im JKG-Haus, wo sonst während der Ferienwoche deutlich mehr Gewusel war, weil sich die Kinder auch in den anderen Räumen umsehen konnten. „Wir haben jetzt mehr Akademie-Charakter, während es hier früher eher wie in einem Sommerlager war“, erklärt es Claus Faika. Alle würden durchweg sehr konzentriert arbeiten.

So konzentriert, dass im Flur wirklich gar nichts zuhören war von den fünf Teilnehmerinnen, die bei Frauke Wilken die lustigen Tiergestalten bemalen, die sie zuvor aus Draht, Mull und Gips geformt hatten. Weit voneinander entfernt beendeten nebenan die Maler an Staffeleien („Super Corona-Schutzschilde“) ihre Bilder.

Bei Sascha Preuß haben die Teilnehmer dieses Mal den Aufbau eines Bildes gelernt, Step by Step von der Idee über Skizze, Hintergrundgestaltung, Übertragung per Raster und Malvorgang. Die Hörspiel- und Theater-Gruppe, die unter anderem handliche Theater im Schuhkarton gebaut hat, war hinter den schalldichten Türen des Tonstudios verschwunden. Und bei Claudia Mandl-Ehmann in der Nähwerkstatt wurden noch letzte kleine Projekte zugeschnitten, andere wie der fertige Rucksack von Salome (14) waren schon zum Mitnehmen verpackt. Auf eine Präsentation der Ergebnisse vor Eltern und Freunden musste in diesem Jahr verzichtet werden. Aber alles wurde fotografiert und auf die Homepage der JKG gestellt.