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Leverkusener Initiative zum Vogelschutz

Tierschutz : Scheiben beklebt: Gegen „Vogelfallen“ an Bushäuschen 

Wupsi, Nabu und die Grünen bringen gemeinsam mit dem BUND Klebestreifen an Glasflächen an, um Vögel zu warnen.

Jährlich verenden in Deutschland mehr als 18 Millionen Vögel allein durch die Folgen einer Kollision mit Scheiben der hiesigen Wohnhäuser. Die Ziffer, die im Dunklen liegt, ist jedoch noch weitaus höher. Hochhäuser, Gebäude der Öffentlichkeit und des Gewerbes sorgen dafür, dass die Zahl wohl auf über 100 Millionen ansteigt – und da sind Bushaltestellenwartehäuschen noch gar nicht miteingerechnet.

Die Wupsi, der Nabu und die Grünen bringen in Leverkusen diesbezüglich nun einen Stein ins Rollen. Das Haus der Haltestelle Dünenweg in Schlebusch ist seit gestern mit Quer- und Längssteifen versehen. Die sind den Piepmätzen eine Hilfe, verstehen sie doch jetzt zumeist: hier ist kein Durchkommen.

Rund 900 Euro hat die Umgestaltung gekostet. Sie dient als Muster, zeigt, welche Möglichkeiten für Firmen und Künstler bestünden. Nun sollte man meinen, eine gläserne Werbetafel mit gutem Zweck und viel Lob von allen Seiten spreche den Unternehmergeist an – doch dem ist nicht so, berichtet Judith Förster.

Die 33-Jährige reist durch NRW und versucht, Kommunen im Auftrag des BUND davon zu überzeugen, Glas, wie das an den Bushaltestellen, für Vögel sichtbar zu machen. „Wir haben alle Kommunen angeschrieben“, berichtet sie. Ihr Fazit: „Es ist sehr schwierig.“ In den meisten Fällen komme keine Antwort – auch nicht aus Leverkusen.

Dass Scheiben für Vögel eine große Gefahr darstellen, zeigen die Zahlen, doch wird sie unterschätzt. Vielerorts werde der Vogelschutz verschlafen, hieß es. Doch würden die Kommunen aufmerksamer.

In Leverkusen ist das Umrüsten jedoch nicht ganz so einfach. Denn nur ein kleiner Teil der rund 300 Haltestellen gehört der Stadt. Der Großteil ist im Besitz eines Werbeunternehmens mit Sitz in Düsseldorf. Mithilfe der Grünen soll jetzt Druck auf die Stadt gemacht werden. Die nämlich soll den Vogelschutz in den nächsten Verträgen zum Standard machen. Vogelflug müsse dann, geht es nach Roswitha Arndold, im ersten Schritt erfasst und in den Bauplänen festgehalten werden. Ein Antrag liegt dem Rat vor. „Noch ist da aber nichts beschlossen“, berichtete die Fraktionsvorsitzende.

Der Antrag und die Aktion der Wupsi und des BUND hatten anfänglich nichts miteinander zu tun. Nun aber tun sich die drei Partner zusammen und wollen den Moment nutzen, um das Thema in die Köpfe der Menschen zu bekommen. Schließlich könnten auch Privatpersonen etwas gegen „Vogelfallen“ durch Glasscheiben tun. (siehe Info).