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Leverkusener Heisenberg-Schule bildet Menschenkette für Frieden

Aktion des Lützenkirchener Gymnasiums : Heisenberg-Schule bildet Menschenkette für Frieden

Die rund 800 Schüler, Lehrer und weitere Schulmitarbeiter wollen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine setzen. Schüler sollen friedliche Form des Protests in Demokratie kennen lernen.

Die gesamte Schulgemeinde des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) in Lützenkirchen hat am Mittwoch ein Zeichen für den Frieden und gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt. In der vierten Schulstunde versammelten sich rund 800 Kinder und Jugendliche zusammen mit 70 Lehrern, Hausmeister und Sekretärinnen zu einer rund 500 Meter langen Menschenkette um das Schulgebäude. Eigens dazu hatten Schüler der achten Klasse im Vorfeld große Bögen vorbereitet, auf denen nach Schließung der Menschenkette die Worte zu lesen waren: „WHG  – zusammen für den Frieden“.

Kai Vrancken, kommissarischer Schulleiter, hatte den Vorschlag erst einen Tag zuvor der Schule unterbreitet. Die Idee stammte aber nicht von ihm, räumte er ein, sondern er erhielt den Impuls vielmehr aus der Kölner Schule seines Sohnes. In der Domstadt war Vrancken auch schon am Rosenmontag zusammen mit rund 250.000 anderen Menschen unterwegs gewesen, um an der Friedens-Demo teilzunehmen. Das Kollegium des Lützenkirchener Gymnasiums stimmte aber umgehend zu und setzte die Idee in Abstimmung mit der erweiterten Schulleitung und dem Lehrerrat spontan um. „Auch wir am WHG wollen ein Zeichen setzen gegen den Krieg in der Ukraine“, hatte Vrancken die Eltern entsprechend kurzfristig in seiner Rundmail über das Vorhaben informiert. Das Ereignis solle darüber hinaus fotografisch dokumentiert, in kurzen Clips zusammengestellt und auf der WHG-Homepage veröffentlicht werden.  

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Vrancken betonte: „Wir hoffen, insbesondere den Kindern der Schule mit dieser Aktion eine Stimme geben zu können und den friedlichen Protest als Form der freien und toleranten Meinungsäußerung vorzuleben, so wie es in jeder gesunden Demokratie möglich sein muss.“ Seiner Meinung nach sei es unabdingbar, eine positive Botschaft für den Frieden zu formulieren.

Im Übrigen vertritt auch das nordrhein-westfälische Schulministerium diese Meinung und gibt in seiner jüngsten Mitteilung eine Empfehlung an die Schulen über den Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg heraus. „Der Einmarsch der russischen Armee“, heißt es dort, „und die dadurch ausgelösten kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet der Ukraine führen in großen Teilen der Schulgemeinde zu Unsicherheiten und Ängsten und werfen für alle Beteiligten oftmals schwer zu beantwortenden Fragen auf“.

Deshalb werde unbedingt dazu geraten, das Kriegsgeschehen und dessen vielfältige Auswirkungen altersangemessen und behutsam im Unterricht zu thematisieren, um so Ängsten und Sorgen entgegenzuwirken und den Schülern sozialen und psychischen Halt zu bieten.

Die Schüler, berichtete Kai Vrancken nach der Friedensaktion, seien allesamt betroffen, aber auch bereit gewesen, sich unvoreingenommen der Aktion am Mittwoch anzuschließen.