1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusener hat Marzipan für 400 Euro gegessen, aber nicht bezahlt

Amtsgericht : Heißhunger auf Marzipan – für 400 Euro Süßigkeiten bestellt, gegessen, aber nicht bezahlt

Ein mehrfach wegen Betrugs vorbestrafter Mann fand sich jetzt zum wiederholten Mal vor dem Amtsgericht Leverkusen wieder. Der 59-Jährige begann seine kriminelle Karriere 2006 und saß bereits eine Gefängnisstrafe ab. Ihm wurde erneut Betrug und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Seine erstmals gute Sozialprognose sollte ihn vor einer erneuten Haftstrafe bewahren.

Der Leverkusener soll zwischen dem 17. November 2019 und dem 16. Januar 2020 für insgesamt mehr als 400 Euro Marzipan bei einem Süßwarenunternehmen bestellt haben – bezahlt hat er die Ware aber nicht, so die Anklageschrift. Auch wurde ihm vorgeworfen, bei einem Versandhaus allerlei Alltagsdinge bestellt zu haben. Insgesamt kamen so 17 Betrugsfälle zusammen, bei zehn davon blieb es beim Versuch.

Der 59-Jährige gab die Taten gleich zu, betonte aber: „Jetzt aber habe ich die ganze Zeit nichts mehr gemacht.“ Dabei helfe die Aussicht auf einen Fünf-Jahresvertrag als Gärtner beim Job Service Leverkusen. Das Gericht hob heraus, dass der Mann erst im Juni 2019 – also rund vier Monate vor den neuerlichen Taten wegen Betrugs verurteilt worden war, und wollte wissen, woher die schnelle Rückfallgeschwindigkeit komme. Die Verteidigung versuchte ihren Mandanten zu schützen: „Ich glaube, da bekommen Sie keine schlüssige Antwort drauf.“

Was er mit dem Marzipan für insgesamt 416 Euro gemacht habe, fragte das Gericht. „Ja, die habe ich gegessen“, antwortete der Beschuldigte achselzuckend. Ein gewerbsmäßiger Handel, bei dem er die Waren hätte weiterverkaufen müssen, konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Anders verhielt es sich bei einer Musikanlage. Die habe er, so gab der Leverkusener zu, nach Bestellung weit unter Wert verkauft. Weitere Bestellversuche blieben ohne Erfolg.

Die Verteidigung betonte, für eine Gewerbsmäßigkeit brauche es einen längeren Tatzeitraum und eine höhere Einnahmesumme – dem stimmten Gericht und Staatsanwaltschaft zu. Urteil: Sechs Monate Haft auf Bewährung.