Klimaaktion von Grundschülern in Leverkusen soll in Dubai gehört werden Sparfüchse sammeln 24.000 grüne Meilen

Leverkusen · Vonwegen Eltern-Taxi: Grundschüler verzichteten bewusst auf den Fahrservice, sparten Strom und achteten auch sonst auf umweltschonendes Verhalten. 24.000 grüne Klimameilen sind so zusammengekommen. Die werden beim Klimagipfel in Dubai überreicht.

Abhinoor, Meyra und Mohammed (v.l.) zeigen ihre stolz di Urkunden fürs Energieparen.

Abhinoor, Meyra und Mohammed (v.l.) zeigen ihre stolz di Urkunden fürs Energieparen.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Am Donnerstag beginnt in Dubai die Weltklimakonferenz, zu der die Regierungschefs um den ganzen Erdball reisen. Im Gepäck haben sie dann sicher die Hoffnungen vieler Menschen auf gute Ergebnisse und als Mahnmal hierfür auf jeden Fall Millionen symbolische Klimameilen, die von Kindergarten- und Schulkindern weltweit gesammelt wurden. Auch in Leverkusen haben sich 18 städtische Einrichtungen koordiniert über das „EnergieLux-Programm“ des Naturguts beteiligt und insgesamt mehr als 24.000 grüne Meilen gesammelt.

Dafür forderten die jungen Klimaschützer ihre Eltern auf, das Auto auf dem Weg in die Schule in der Garage zu lassen, fuhren stattdessen mit Rollern, Fahrräder oder dem Bus zur Schule oder der Kita, manche gingen gar zu Fuß und quasselten unterwegs noch ein Ründchen, bevor die Schulglocke schlug.

Dazu achteten sie auf nachhaltige Speisen und reduzierten ihren Energieverbrauch soweit wie möglich. „Ihr wart ganz fleißig“, lobte Britta Demmer vom Naturgut Ophoven, „das sind unglaublich viele Meilen, die Ihr gesammelt habt.“ Die Gesamtzahl aus Leverkusen und der ganzen Welt wird den Entscheidungsträgern auf der UN-Konferenz in den kommenden Tagen übergeben. Demmer erläuterte den Kindern auf der Siegerehrung auf dem Wupsi-Betriebshof am Dienstagmorgen: „Um denen zu zeigen, dass ihr schon eine ganze Menge macht, und die sich gute Dinge überlegen sollen.“

Die Urkunde für den ersten Platz und die meisten Klimameilen erhielt die GGS Opladen, deren Schüler echte Sparfüchse sind und insgesamt 6003 Klimameilen sammelten. Meyrna ist dort, an ihrer Schule, Klimasprecherin. Die Neunjährige erklärte ihren Auftrag, der mit dem Posten einhergeht: „Dass man für die Umwelt da ist, nicht so viel Umweltverschmutzung macht und anderen das sagt.“ Mohammed von der Erich-Klausener-Grundschule präzisierte: „Meine Aufgabe ist es, den anderen zu sagen, dass sie nicht so viel Strom verschwenden und keinen Müll auf den Boden werfen sollen.“ Er habe immer ein Auge darauf, dass das Licht im Klassenraum nach dem Unterricht tatsächlich ausgemacht wird.

Lehrerin Regine Roderer erzählte, dass fast alle Schüler der Opladener Grundschule an der Aktion teilnahmen. „Den Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht“, berichtete sie, „die Kleinen werden immer sensibler und möchten sich für eine lebenswerte Zukunft stark machen.“ Die Urkunde findet demnach sicher einen Ehrenplatz in der Schule.

Zur Belohnung gab es für die Kita- und Schulkinder, die zur Verleihung auf den Busbetriebshof gekommen waren, eine Fahrt mit dem Elektrobus des Verkehrsunternehmens über den Hof – und mit großen Augen ging es dann sogar durch die Bus-Waschstraße.

Das ausstoßarme Beförderungsmittel ist Teil des derzeit zehn Fahrzeuge umfassenden nachhaltigen Fuhrparks der Wupsi, die in den kommenden Jahren, so kündigte es Geschäftsführer Marc Kretkowski am Dienstag auch den nächsten Generationen an, ihre gesamte Flotte auf Elektro- oder Wasserstoffmobilität umstellen will.

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