Leverkusener Grundschüler lernen digital

Lernen am Tablet : Digitale Werkstatt für Grundschüler

Stolz zeigt die neunjährige Aniela ihr neues Spiel auf dem Tablet. Da ist kleiner Bär im Bild, den sie mit dem Finger schnell dorthin führen muss, wo gerade ein Marmeladenglas auftaucht. Und mit jedem Treffer wird das Tier größer, bis es schließlich den ganzen Bildschirm ausfüllt.

Ähnliche Spiele kennt die Drittklässlerin der GGS Heinrich-Lübke-Straße schon von Zuhause, wo es auch ein Tablet gibt. Aber bisher hatte sie keine Ahnung, wie solche Spiele ersonnen und programmiert werden. Das hat sie in der mobilen Digitalwerkstatt des NRW-Schulministeriums gelernt, die auf dem Hof der Schule Station machte.

Das digital ausgestattete Klassenzimmer mit großer Glasfront ist ein Container, den ein zwölf Meter langer und 20 Tonnen schwerer Truck am Freitag wieder abgeholt hat. Allerdings erst nachdem die Schüler der dritten und vierten Klassen die Ergebnisse ihrer Arbeit den  Erst- und Zweitklässlern, Politikern, Mitgliedern der Schulverwaltung und Oberbürgermeister Uwe Richrath vorgeführt hatten. Zum Beispiel ein kleines Rennen mit den selbst gebauten Roboter-Fahrzeugen, die über Bewegungen mit dem Tablet zu steuern sind. In diesem Fall wurden zunächst die Fahrzeuge aus kleinen Einzelteilen zusammengesetzt und dann die Befehle für Fahrtrichtung, Geräusche und Licht einprogrammiert. Dazu wurde eine App mit kindgerechter Programmiersprache entwickelt, erklärt Stephanie Stelzer, die mit ihrer Kollegin Ronja Baetz die mobile Digitalwerkstatt betreut.

Ein Ziel dieses Projekts ist es, die Kinder aus dem reinen Nutzerverhalten herauszuholen und sie zum kreativen Einsatz digitaler Technik zu erziehen, erklärt Ronja Baetz.  Da wurden nicht nur Spiele kreiert und Roboter-Autos zum Laufen gebracht, sondern auch eigene Geschichten erfunden, Drehbücher geschrieben und Kulissen dazu gebastelt. Diana, Sirin und Gülstan aus der vierten Klasse haben im Team ein kleines digitales Buch über den Schulhund Taris geschaffen. Medienkompetenz werde  immer bedeutsamer, meinte Oberbürgermeister Uwe Richrath. Deswegen sei es notwendig, den Umgang schon in der Grundschule und nicht erst ab der sechsten Klasse zu lernen.