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Leverkusener Feuerwachen der Freiwilligen sind marode

Kleine Wachen der Freiwilligen in Leverkusen marode : Dicke Luft im alten Feuerwehrhaus

Die Stadt Leverkusen hat eine moderne Hauptfeuerwache, doch für die in die Jahre gekommenen Standorte der etwa 500 freiwilligen Feuerwehrleute fehlen Geld und Personal. CDU-Ratsherr spricht von einer „Zumutung“ für die Ehrenamtler.

Wenn’s brennt, müssen sie raus, Tag und Nacht und bei jedem Wetter. Nach stundenlangen Nachteinsätzen fahren sie am nächsten Tag nicht selten schlaflos an ihre Arbeitsplätze in Büros, Geschäften, Werkshallen. Rund 500 freiwillige Feuerwehrleute verstärken in Leverkusen etwa 250 Kräfte der Berufsfeuerwehr und stellen somit einen funktionierenden Brandschutz sicher. Wie wichtig ihre Arbeit ist, hat sich zuletzt allein bei den Großeinsätzen der Flutkatastrophe und der Explosion in der Müllverbrennungsanlage gezeigt. Doch wie sind sie ausgestattet? Während Leverkusen inzwischen über eine hochmoderne Hauptfeuerwache verfügt, fällt der Blick auf die Gerätehäuser in den Stadtteilen ernüchternd aus.

Beispiel Rheindorf: Das alte Gerätehaus, das früher mal eine Ziegelei war, wirkt nicht mehr zeitgemäß. 35 aktive Mitglieder müssen sich dort zwei Duschen in einem Raum teilen, eine Trennung für Männer und Frauen gibt es hier ebenso wenig wie bei den Toiletten und den Umkleiden. Aus Toiletten und Duschen dringen unangenehme Kanal-Gerüche. Wenn die alten Dieselfahrzeuge anspringen und sich in der Wagenhalle warmlaufen müssen, herrscht die Gefahr von Atemnot, denn es gibt keine Abgassauganlage. In den engen Spinden hängen Einsatzkleidung und private Garderobe nebeneinander. Den einzigen Schulungsraum müssen sich Erwachsene, Jugendliche und Kinder teilen. Dabei ist Rheindorf, das als einzige Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr über eine Kinderfeuerwehr verfügt, richtungsweisend bei der Nachwuchsarbeit.

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Diese Missstände sind seit Jahren bekannt. Doch dürfen die Ehrenamtler auf schnelle Abhilfe nicht hoffen. Das wurde am Montag in der zuständigen Bezirksvertretung 1 deutlich. Rheindorf werde nicht vergessen, hieß es dort von Seiten der Verwaltung, doch hätten die Wache Opladen und das Gerätehaus in Bürrig Vorrang. Dass nun zunächst auch Flutschäden an städtischen Gebäuden beseitigt werden müssten, verzögere die Sanierung der Wachen zusätzlich. CDU-Ratsherr Rüdiger Scholz spricht in der Bezirksvertretung von einer „Zumutung“. „Viele gravierende Mängel am Gerätehaus erschweren die wichtige Arbeit der ehrenamtlich agierenden Feuerwehr in Rheindorf.“ Ein Antrag der CDU, der die Verwaltung anweist, das Gerätehaus in Rheindorf „zeitnah“ zu sanieren, findet in der Bezirksvertretung keine Mehrheit.

Die FDP folgt dem Antrag der CDU, die Grünen haben Bedenken. „Wir haben so viele Hochwasserschäden im Stadtgebiet, ich weiß nicht, wie die Bauverwaltung das hinkriegen soll“, sagt Wolfgang Berg von den Grünen. Vielleicht ließen sich Schäden am Gerätehaus zunächst mit kleineren Mitteln beheben.

Scholz lässt nicht locker. Vielleicht könne ja die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) einspringen. Sie war durch einen Mehrheitsbeschluss des Rates verpflichtet worden, auch bei Schul- und Kitabau mitzuwirken. Auch könnten Fremdaufträge zu Planung und Bau vergeben werden. „Die Rheindorfer Feuerwehr musste in den vergangenen Jahren immer zurückstecken, jedes Mal kam was dazwischen“, sagt der CDU-Ratsherr. Und: Die Freiwilligen Feuerwehren dürften nicht an den Stadtrand ausgelagert werden, sondern müssten an den zentralen Orten des Stadtteils bleiben. Scholz: „Sie sind schließlich ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft.“ Der CDU-Antrag wird schließlich mehrheitlich nach einer Stellungnahme der Verwaltung für erledigt erklärt.