Leverkusener Drama-Ticker zeigen neues Theaterstück

Neues Theaterstück : Drama-Ticker zeigen ungewöhnliches Balzverhalten

Eine Mückenplage sorgt für unfreiwillige Wahrheitsliebe bei der Single-Reise der Theatergruppe Drama-Ticker

Das laute Summen ist unüberhörbar. Am hektischen Zuklatschen sieht man sofort, wen die angriffslustigen Mücken dieses Mal getroffen haben. Eine regelrechte Plage herrscht im sonnigen Inselparadies, wo die unterschiedlichsten Menschentypen aufeinander treffen. Allen ist eines gemeinsam: Sie haben eine Single-Reise gebucht, in der Hoffnung einen netten Partner kennenzulernen. Mit Ausnahme von Thorsten, der ist offenbar einem sprachlichen Missverständnis aufgesessen und sorgt unfreiwillig für Erheiterung an der Strandbar.

Auch wenn man sie nicht sieht, sondern nur hört: Mücken spielen die Hauptrolle in „Stichproben“, dem neuen Stück der Drama-Ticker, das erstmals am 2. November zu sehen ist. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Insekten, sondern die aus einem Labor entwichene Züchtung von Monster-Moskitos mit einer besonderen Fähigkeit. Wenn sie zustechen, muss das Opfer für einige Minuten die Wahrheit sagen, ob es will oder nicht.

Es dauert eine Weile, bis Reisegesellschaft und Publikum diesen Zusammenhang erkennen. Zuerst wundern sie sich über die kurzfristige totale Verwandlung der Hotelgäste, die sich bei dieser Single-Reise nicht gerade aufrichtig präsentieren. Jeder Mann und jede Frau hat eine eigene Strategie entwickelt, um bei möglichen Kandidaten zu punkten. Beverly Glitter brezelt sich regelmäßig neu auf, um dem vermögenden Ingolf die gut sichtbaren 100-Euro-Scheine aus der Hemdtasche zu locken. Der Schwerenöter weiß, dass sich mit Schampus und Bargeld die Aufmerksamkeit des weiblichen Geschlechts gewinnen lässt. Die gutbürgerliche Monika nennt sich Monique und kauderwelscht mit lustigen Versprechern in französisch angehauchtem Deutsch, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen.

Ein kleiner Pieks und schon fallen die mühsam einstudierten Masken, vollzieht sich eine Wandlung um 180 Grad. Urs ist so verklemmt, dass er zu stottern beginnt, sobald ein weibliches Wesen in Hörweite ist. Für ihn ist so eine Mücke ein Segen. Und Marianne, die zuerst gestochen wird, erkennt in den Minuten der Wahrheit, dass sie in Wirklichkeit lesbisch ist.

Das aktuelle Stück hat wieder Holger Klän geschrieben, der auch Regie führt. Geprobt wurde im Don-Bosco-Saal der Pfarrei Herz-Jesu, der gerade so groß ist wie die Bühne im Bürriger Pfarrsaal (Bundeshalle) von St. Stephanus, wo an folgenden Terminen die Aufführungen stattfinden: 2., 5., 8. November jeweils 20 Uhr, 10. November 15 Uhr. Eintritt sieben Euro. Danach gehen die Drama-Ticker mit „Stichproben“ auf Tour in die Rheindorfer Hoffnungskirche (22.November), die AWO Schlebusch (12. Januar), Ev. Kirche Leichlingen (19.Januar) und AWO-Begegnungsstätte Rheindorf (9.Februar).

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