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Leverkusener Covestro-Konzern setzt auf grünen Wasserstoff

Bis zu 900.000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr : Covestro-Konzern setzt auf grünen Wasserstoff

Mit FFI, einem Unternehmen für grüne Energie und grüne Industrie, will Covestro eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff schließen und so grauen (nicht klimaneutral gewonnenen) Wasserstoff ersetzen. Das soll die Treibhausgasemissionen deutlich senken.

Klaus Schäfer, Technologievorstand bei Kunststoffhersteller Covestro, sitzt seit September 2020 im Nationalen Wasserstoffrat. „Er repräsentiert dort als Experte die chemische Industrie in Deutschland. Für die Branche und Covestro ist Wasserstoff ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität sowie für die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft“, hatte der Konzern gemeldet. Knapp eineinhalb Jahre später kann Schäfer dem Rat berichten: Covestro setzt auf grünen Wasserstoff.

Mit Fortescue Future Industries (FFI), einem weltweit tätigen Unternehmen für grüne Energie und grüne Industrie mit Sitz in Australien, will der Konzern eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten, etwa grünes Ammoniak, schließen. Demnach soll FFI Covestro mit dem Äquivalent von bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff (GH2) pro Jahr beliefern. Heißt: Mit dieser Vereinbarung könnte Covestro grauen (nicht klimaneutral gewonnenen) Wasserstoff und seine Derivate durch GH2 ersetzen und „so seine Treibhausgasemissionen um reduzieren. Die Lieferungen sind für die Standorte in Asien, Nordamerika und Europa vorgesehen und könnten 2024 beginnen“, heißt es.

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Noch ist der Konjunktiv in diesem Zusammenhang richtig, denn die Absichtserklärung ist vorerst unverbindlich, anders gesagt, ein erster Schritt zu einer „strategischen Partnerschaft, die den Übergang zu grüner Energie, insbesondere in der energieintensiven Industrie, beschleunigen soll“.

Der grüne Wasserstoff wird laut Covestro aus erneuerbarer Energie hergestellt. Seine Produktion verursache keine Emissionen, das einzige Nebenprodukt: Dampf. FFI wolle die Produktion von grünem Wasserstoff bis 2030 auf 15 Millionen Tonnen pro Jahr steigern, später dann auf jährlich 50 Millionen Tonnen. FFI-Chef Andrew Forrest betont, sein Unternehmen und Covestro seien überzeugt, dass grüner Wasserstoff und grünes Ammoniak eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, „Unternehmen die Erreichung ihrer Klimaziele zu ermöglichen und einer unkontrollierten globalen Erwärmung vorzubeugen“.

Klimaziel, das ist das Stichwort: Covestro – verwendet Wasserstoff und dessen Derivate als Ausgangsstoff für die Herstellung von Hochleistungskunststoffen – will sich komplett auf Kreislaufwirtschaft ausrichten und hat sich verpflichtet, vollständig auf alternative, erneuerbare Rohstoffe und Grünstrom zu setzen. Die Partnerschaft mit FFI „ist ein wichtiger Meilenstein hin zu diesem Ziel“, betont Covestro-Chef Markus Steilemann.