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Leverkusener CDU macht Dampf für dritten Hotelneubau

Stadtplanung : CDU macht Dampf für dritten Hotelbau

Ratsantrag soll den Weg frei machen für ein 180-Betten-Businesshotel mit Tagungsräumen im Innovationspark.

Auf dem Leverkusener Hotelmarkt herrscht derzeit reger Betrieb. Erst kürzlich hat der Düsseldorfer Projektentwickler Gerd Esser (Gevi) sein 150 Millionen Euro schweres Investment auf dem alten Postgelände an der Heinrich-von Stephan-Straße vorgestellt. Dort soll ab 2020 ein 189-Zimmer-Hotel entstehen, für das es mit „Holyday-Inn-Express“ bereits einen Mieter gibt. Ebenfalls 2020, voraussichtlich im Herbst, ist Baubeginn des Bahnhofsquartiers in der Neuen Bahnstadt in Opladen. In den oberen Ebenen des Brückenhauses ist ein Hotel mit 60 Zimmern vorgesehen sowie 32 Appartements für einen längeren Aufenthalt. Ein Nutzer ist mit dem Anbieter „Konzept-Hotel“ bereits gefunden.

Doch dabei soll es nicht bleien. Die CDU hat nun ihr politisches Werben für einen weiteren Standort in einen formalen Ratsantrag gegossen. Demnach soll auf dem Gelände des Manforter Innovationsparks Leverkusen (IPL) ein weiteres Hotel entstehen. Die Planungen sind weit fortgeschritten. Ein Investor aus Düsseldorf will das Projekt an der Gustav-Heinemann-Straße realisieren. Das Haus soll bis zu 180 Zimmer haben und in der Kategorie drei bis vier Sterne angesiedelt werden.

Die CDU sieht durchaus Potenzial für weitere Hotelbetten in Leverkusen. „Nachdem die Koelnmesse mit ihrem Ausbau (Koelnmesse 3.0) bis zum Jahr 2030 neue Maßstäbe in Sachen Besucherzahlen setzen wird, wird auch das unmittelbare Umfeld enorm profitieren“, schreibt Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU) in dem Ratsantrag.

Marewski verweist auf den Investor und seine konkreten Planungen. „Da es sich um ein Businesshotel handeln soll, so der Investor, werden auch Seminar- und Tagungsräume angeboten. Diese sind aktuell im IPL nicht verfügbar, werden aber heute schon dringend benötigt“, schreibt der Bürgermeister. Und weiter: „Derzeit liegt z.B. die konkrete Nachfrage eines neuen international aufgestellten Unternehmens vor, das Ende 2019 mit etwa 100 Mitarbeitern eine Bestandsimmobilie im IPL beziehen wird.“ Darüber hinaus biete dieser Hotelstandort in Manfort auch Übernachtungsmöglichkeiten für Veranstaltungsstandorte in der Nähe, wie die Bay-Arena, die Ostermann-Arena und Schloss Morsbroich. „Diese Standorte sind durchaus auch fußläufig zu erreichen.“

In ihrem Antrag beruft sich die CDU auf eine von der Wirtschaftsförderung beauftragte Hotelstudie der Düsseldorfer Berater „Hotel Affairs Consulting“, die dem Standort „Erneuerungs- und Erweiterungsbedarf“ attestiert habe. Tatsächlich hatte die Studie Leverkusen eine „solide Nachfrage“ an Übernachtungszimmern und einen „grundsätzlichen Bedarf an zeitgemäßen, frischen Hotelprodukten“ zugesprochen. Touristische Höhepunkte mit überregionaler Bedeutung seien in der Stadt kaum zu finden. Doch punkte der Standort mit „ausgesprochen robusten“ wirtschaftlichen Strukturen. Fazit der Studie: „Ein bis zwei Hotelprodukte von zusammen nicht mehr als 280 bis 320 Zimmereinheiten“ könne Leverkusen vertragen.

Die drei oben genannten Hotels in Wiesdorf, Opladen und Manfort hätten insgesamt 429 Zimmer und 32 Appartements plus die eines auf dem Postgelände geplanten Boardinghauses. Noch nicht berücksichtigt wären mögliche Bettenkapazitäten eines Hotels in der City C, dessen ursprüngliche Pläne derzeit auf Eis liegen.