Leverkusener Bäder kämpfen mit Fachkräftemangel

Freibadwetter : Leverkusener Bäder kämpfen mit Fachkräftemangel

Nach den Unmutsäußerungen der Badegäste über zu wenig Personal im Calevornia ausgerechnet in der Hitzeperiode hat Sportpark-Chef Boßhammer das Problem nochmals erläutert. Trotz Dauerausschreibung fänden sich einfach zu wenig Fachkräfte für die städtischen Bäder.

Der Fachkräftemangel ist in den städtischen Schwimmbädern angekommen. Trotz Dauerausschreibungen findet sich kaum geeignetes Personal, sagt Sportpark-Chef Georg Boßhammer. Am Dienstag  hatten Gäste des Calevornia moniert, es seien nur drei Bademeister für Sauna, Hallen- und Freibad da gewesen, zudem zu wenig Personal an der Kasse (wir berichteten). Boßhammer: „Es sind weder im Service-Bereich noch bei den Rettungsschwimmern alle Stellen besetzt.“ Er sei froh, dass er  – unter  dem Gesichtspunkt Sicherheit im Beckenbereich  – die Schichten derzeit besetzt bekomme. Immer ein Fachangestellter für Bäderwesen, so die offizielle Bezeichnung für den umgangssprachlichen Bademeister, muss als Schichtleiter dabei sein, dazu kommen Rettungsschwimmer und freilich Servicepersonal für Kasse und Reinigung.

„Wir haben auch angefangen, selbst auszubilden. Derzeit gibt es zwei Azubis zum Fachangestellten für Bäderwesen, im neuen Ausbildungsjahr noch einen dritten.“ Auch die Azubi-Suche gestaltet sich nicht einfach. „Manche bestehen den allgemeinen Eignungstest nicht, viele haben falsche Vorstellungen von dem Beruf aber die jungen Leute, die wir jetzt haben, sind richtig motiviert wie auch das übrige Team.“

Zum Fachkräftemangel – laut Medienberichten fehlen im Land an die 2500 Bademeister – kommt beim Sportpark hinzu, das „wir derzeit mit  einem sehr hohen Krankenstand kämpfen, es teils mit länger Erkrankten zu tun haben“, sagt Boßhammer. So gebe es etwa in der Sauna, in der am Dienstag Aufgüsse gestrichen wurden –  zugunsten der Sicherheit an den Schwimmbecken, eine automatische Aufgussanlage, die auch von Servicekräften bedient werden könnte – vorausgesetzt es sind genug Mitarbeiter da.  „Und es wird dann beim Aufguss nicht gewedelt.“

Noch ein Thema beschäftigt den Sportpark wie auch andere Badbetreiber: „Die zunehmende Verrohung der Sitten auch bei Badegästen“, sagt Boßhammer. Auch in den Leverkusener Bädern gebe es Sicherheitskräfte – „zum Schutz unseres Personals“.

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