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Leverkusener Autorin Maren Gottschalk schreibt Roman über Frida Kahlo

Neues Werk der Leverkusener Autorin : Maren Gottschalk schreibt ihren ersten Roman

Die Leverkusener Historikerin verfasste nach ihrer Biografie über Frida Kahlo nun ein neues Werk über deren Zeit in New York und Paris. Auch eine neue Biografie ist soeben erschienen.

Vor zehn Jahren hat die Leverkusener Autorin Maren Gottschalk die Lebensgeschichte der Künstlerin Frida Kahlo unter dem Titel „Die Farben meiner Seele“ im Beltz & Gelberg-Verlag herausgegeben. Für eine solche Biografie gibt es gewisse Platzbeschränkungen, und schon deswegen muss vieles ungesagt bleiben. Ein ganzes Leben passt eben nicht wirklich zwischen zwei Buchdeckel.

Obwohl diese entsprechende Auswahl zu treffen eigentlich das Metier der promovierten Historikerin ist, die sich in ihren Büchern schon mancher berühmten Persönlichkeit angenommen hat. Noch mehr in den Manuskripten der Zeitzeichen-Sendungen, die sie regelmäßig für den WDR produziert. Jetzt hat sie nachgelegt und ein weiteres Buch über die legendäre mexikanische Künstlerin geschrieben, das gerade im Goldmann-Verlag erschienen ist. Dieses Mal in der Form eines Romans, der zeitlich begrenzt in den Jahren 1938 bis 1940 spielt.

 Maren Gottschalk sagt, ihr Metier sei die Biografie. Nun hat sie den Roman als Genre für sich entdeckt.
Maren Gottschalk sagt, ihr Metier sei die Biografie. Nun hat sie den Roman als Genre für sich entdeckt. Foto: Sandy Craus www.fotografieonair.

Der Titel „Frida“ ist bereits Hinweis auf eine intimere Annäherung an die Hauptfigur, für deren Entwicklung diese Zeit ganz entscheidend war. Mit den Ausstellungen in New York und Paris gelang ihr der Durchbruch. Endlich wurde sie selbst als Künstlerin wahrgenommen und akzeptiert, nicht länger bloß als Ehefrau des berühmten Malers Diego Rivera. Parallel zur ersten Einzelausstellung, zu Werkankäufen der großen Museen MoMa und Louvre löst sich Frida Kahlo in dieser Zeit auch persönlich von ihrem Mann, der sie ständig betrogen hat, und geht ihrerseits eine tiefe Liaison mit dem Fotografen Nick Muray ein. Eine aufregende Zeitspanne im Leben der Künstlerin also, die sich bestens für den Versuch eignet, die Gefühle und Gedanken der Frida zu beschreiben, mit deren Schicksal sich Maren Gottschalk bereits intensiv auseinandergesetzt hatte.

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Dennoch habe sie zuerst gezögert und um Bedenkzeit gebeten, als ihr Agent den Vorschlag zum Roman unterbreitete, gesteht die Autorin. „Ich wollte nie historische Romane schreiben“, sagt sie, „meine Form war die Biografie.“ Lange musste sie allerdings nicht nachdenken. Eine historische Persönlichkeit ganz nah zu zeichnen und mit der Freiheit der eigenen Fantasie arbeiten zu können, reizte sie denn doch. Und im Nachhinein kann sie sagen, dass ihr diese Form, „nicht jeden Satz mit einer Fußnote belegen zu müssen“, sehr viel Spaß gemacht hat, so viel, dass sie inzwischen an einem weiteren Roman arbeitet. Über wen, das verrät sie noch nicht. Nur so viel: eine Person, über die sie bisher noch nicht geschrieben hat.

In „Frida“ kommt Maren Gottschalk der Malerin als Person näher, in ihrem Kopf und ihrem Herzen. Ausführlich beschreibt sie deren Gefühle oder die Schmerzattacken, die sie auf rund eines tragischen Unfalls immer wieder überfallen. Sie beschreibt die Kleidung und die kräftigen Farben, mit denen sich die Mexikanerin gerne schminkte. Die Leser erleben eine verliebte Frau, deren Verlangen und auch die gelegentlichen impulsiven Ausraster in der feinen New Yorker Gesellschaft, wo sie mit frischen Blumen im Haar erschien.

Um sich eine Vorstellung machen zu können, hat sie Bildbände studiert, sich ebenso in die Bildsprache von Kahlo vertieft als auch in Foto-Dokumente. Bei aller schriftstellerischen Freiheit – auch was die Länge von 416 Seiten betrifft – hielt sich Maren Gottschalk immer an die historisch verbrieften Ereignisse und Personen. Immerhin war es auch international eine äußerst turbulente Zeit mit der Reichskristallnacht in Deutschland und dem Ausbruch des Zeiten Weltkriegs.