Einkaufen in Wiesdorf : Offener Sonntag – Weihnachtsgeschäft nimmt Fahrt auf

Beim verkaufsoffenen Sonntag in der Leverkusener Innenstadt füllten sich schon früh die Straßen. Das Weihnachtsgeschäft nimmt eine Woche vor den Feiertagen Fahrt auf. Die Händler freut es, sie rechnen mit einem Anstieg der Veraufszahlen in den kommenden fünf bis sechs Tagen und sind mit dem Verlauf ganz zufrieden.

Auf den roten Pflastersteinen lockte an den beleuchteten Buden schon gegen Mittag der Glühwein, und der ein oder andere Duft versprach besondere Leckereien. Die Geschäfte in der Rathaus-Galerie hatten bis 13 Uhr noch gar nicht geöffnet, doch hatten sich schon einige Menschen in die schützende Wärme des Centers begeben und flanierten an den Schaufenstern der geschlossenen Läden vorbei.

Das Ehepaar Udo und Inge stoppte vor einem der vielen Schuhgeschäfte und beriet sich. Klar, sagen beide, bestellten sie auch hin und wieder Sachen über das Internet – doch gerade beim Kleidungskauf sei der Einzelhandel unersetzlich. „Hier kann man die Sachen noch anfassen. Ansonsten ist das ja ein Hin und Her – und am Ende ist man doch nicht zufrieden“, sagte die 67-jährige Inge.

Ein Punkt, bei dem sich die Kunden in den Geschäften einig sind. Auch Susanne sieht diesen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Netz. Leute treffen, mit ihnen reden, die persönliche Beratung seien Dinge, die das Internet nicht habe oder könne.

Geschäftsinhaber sind sich dieser Stärke im Vergleich zum scheinbar übermächtigen Wettbewerber bewusst und versuchen, mit ihr zu punkten. So praktizieren es vor allem kleine Lokale, wie der Feinkostladen von Joschua Beyer in der Galerie. „Es läuft schleppend“,  berichtet Beyer über das Weihnachtsgeschäft. Erst vor zwei, drei Tagen sei etwas Schwung reingekommen. Erfahrungsgemäß nehme das eine Woche vor den Feiertagen nochmal stark zu. „Weihnachten kommt dann immer ganz plötzlich.“

Auch andere Geschäftsführer sehen eine positive Entwicklung in den vergangenen Tagen. Im Fanshop von Bayer 04 verkaufen sich Trikots, Mützen und Bettwäsche momentan sehr gut, bestätigte ein Mitarbeiter. Bei Galeria Kaufhof freut sich Fillialleiter Ralf Sturm über das kalte Wetter. Das kurbele das Geschäft an.

Erfahrungsgemäß wandele sich das Bild der Kundschaft kurz vor Weihnachten, berichtete der 37-Jährige lachend. Gerade Männer seien dann noch schnell auf der Suche nach Geschenken für die Liebsten. Schmuck sei dabei sehr beliebt.

Für Sturm liegt ein Schlüssel zu mehr Kundschaft im stationären Handel in der Zusammenführung von Internet und Fußgängerzone. So können sich Kunden Artikel online reservieren und sie dann noch am gleichen Tag vor Ort ansehen, anfassen und dann entscheiden. „Das ist eine Art Schnelllieferung, die kann das Internet nicht leisten“, betonte er.