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Leverkusen Zum Wochenmarkt nicht ohne Maske

Opladen : Zum Wochenmarkt nicht ohne Maske

Viele Besucher sind informiert. Manche finden den Gesichtsschutz auf dem Markt jedoch unnötig. Auch einzelne Händler müssen bei ihrem Verkaufskonzept angesichts von Corona noch nachbessern.

Seit 14 Tagen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht in Geschäften, Arztpraxen, auf dem Wochenmarkt oder in Bus und Bahn. Aber werden diese Bestimmungen auch tatsächlich eingehalten? Zum Beispiel auf dem Markt? Wir haben uns am Donnerstag auf dem größten Leverkusener Wochenmarkt einmal umgesehen. Er ist – von Feiertagen abgesehen - jeweils donnerstags von 7 bis 13 Uhr auf dem Opladener Platz aufgebaut und gilt mit seinem umfangreichen Sortiment nahezu als Paradies für Besucher aus dem gesamten Umland. Das Ergebnis: Rund 95 Prozent aller Kunden haben den vorgeschriebenen Schutz beachtet.

Für Roswitha Benincasa aus Leichlingen war es zum Beispiel ganz selbstverständlich. „Ich wusste es aber auch deshalb, weil ich gestern schon auf dem Markt in Leichlingen war“, sagt sie. Während sie nach Gardinen suchte, fügte die 63-Jährige hinzu: „Dort gab es allerdings entsprechende Hinweisschilder.“

Obwohl Ana-Maria Kolmer (65) aus Mathildenhof nach eigenen Angaben bei ihrer Arbeit dauernd eine Maske tragen muss, hielt sie es als Kundin auf dem Markt für unnötig. „Mir war nicht klar, dass das hier Pflicht ist“, kommentierte die gebürtige Portugiesin.

Dieser Satz ist nach Meinung von Michael Schmidt, Abteilungsleiter im Ordnungsamt, eine fadenscheinige Ausrede. Denn durch die Berichterstattung in sämtlichen Medien müsse die Botschaft inzwischen bei jedem Bürger angekommen sein. Auch auf dem Markt würden Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren, hätten dort aber wenig zu sagen, denn die Hoheit liege alleine bei der Marktgilde.

„Wir stehen der Präsenz des Ordnungsamtes sehr positiv gegenüber“, versicherte Martin Rosmiarek, zuständiger Niederlassungsleiter der Marktgilde. Er selbst habe bei seinen letzten Besuchen schon zahlreiche Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen, fast alle seien einsichtig gewesen. Die Händler seien strikt dazu verpflichtet, ihre Waren nur mit Maske oder gleichwertigem Schutz aus Acrylglas abzugeben. Verkaufen durften sie überdies nur an Maskenträger. Außerdem hätten sie Aushänge erhalten, so dass sie Käufer entsprechend informieren konnten.

Dennoch werde er sich mit dem Opladener Marktleiter Frank Dubois zusätzliche Hinweisschilder überlegen. Die Realisierung sei nicht ganz so einfach, sagte Rosmiarek, denn auf dem Markt gehe es darum, einen Fluss zu schaffen, der durch Aufsteller verhindert werde.

Auch ein anderes Thema steht bereits auf seiner Agenda: das Gedränge am Stand eines Obst- und Gemüsehändlers, der seine Kunden am Donnerstag wie gewohnt ringsum an allen Seiten bediente. Erst als der Mann sah, dass er beobachtet wurde, wies er die Menschen auf den notwendigen Abstand hin. „Vor Corona haben wir uns gefreut, wenn die Stände gut gefüllt waren, jetzt ist es genau das Gegenteil“, bemerkte Rosmiarek dazu. Nächste Woche werde er dafür sorgen, dass sich dieser Verkäufer ein neues Konzept zulege.