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Leverkusen: Zählstelle für die Balkantrasse eingerichtet

Radweg von Leverkusen Richtung Lennep ist extrem beliebt : Kleine Volkszählung auf der Balkantrasse

Ganz frisch wurde eine Zählstelle an der Neukronenberger Straße eingerichtet, damit der Förderverein einen Beleg für die Nutzung der Trasse bekommt.Eine Rad-Verbindung Richtung Rhein ist noch nicht in Sicht.

Was bleibt, wenn Kinos, Theater, Cafés, Sportangebote weitestgehend lahm gelegt sind? Richtig: ein Spaziergang an der frischen Luft, eine Runde auf dem Rad. Die schön asphaltierte Strecke auf der Balkantrasse kommt da als Ersatz für krisenbedingt ausfallende Reisen gerade recht. „Die Balkantrasse wurde noch stärker genutzt als in den Vorjahren. Hierfür haben wir allerdings keinen Beleg in Zahlen“, berichtet Petra Haller vom Förderverein der Trasse.  Der soll aber 2022 zur Verfügung stehen. Vorkehrungen hat der Verein dafür schon getroffen: „Gerade wurde eine Zählstelle kurz vor dem Zugang zur Neukronenberger Straße installiert, nächstes Jahr werden wir hoffentlich eine Nutzungsstatistik bieten können“, berichtet Haller. An der Stelle ist der Zugang seit vergangenem Jahr asphaltiert. Der dortige Matschweg, der ein wenig die Aussicht auf eine schöne Zeit auf dem Drahtesel oder in den Wanderschuhen verdarb, hat ein Ende.

Klar ist schon jetzt: Die Balkantrasse gehört zu den meistgenutzten Radstrecken in der Stadt und dem Umland:  Denn beim  Stadtradeln im vergangenen Jahr nutzten viele Radfahrer eine App, mit der auch die gefahrenen Strecken erfasst wurden. „Es zeigte sich sehr deutlich, dass die Balkantrasse zu den besonders stark frequentierten Strecken in Leverkusen zählte. Persönlich haben wir im Frühjahr diese unerwartete Fülle auch oft erlebt, beispielsweise auf einer Fahrradtour am Karfreitag über die Balkantrsse, die Nordbahntrasse in Wuppertal und die Korkenziehertrasse in Solingen. Die Strecken waren so voll von Menschen, dass fast kein Durchkommen mehr war“, erzählt die Vorsitzende des Fördervereins.

Dieser gibt für die Nutzer der Trasse folgende Empfehlung zur Benutzung aus, um unliebsame Begegnungen zu vermeiden: „Die Straßenverkehrsordnung schreibt nur für rollenden Verkehr die rechte Seite zur Nutzung vor, verlangt aber auch von allen Verkehrsteilnehmern gegenseitige Rücksichtnahme. Auch Fußgänger sollten nur auf der rechten Seite gehen, um Radfahrern das Überholen zu ermöglichen“, heißt es. „Im Fall von Gegenverkehr können sich beide weiterbewegen, die Radfahrer müssen nur auf Schritttempo abbremsen. Gehen die Fußgänger auf der linken Seite, müssen bei Begegnungsverkehr sowohl die Fußgänger als auch die Radfahrer stehen bleiben.“

Und auch sonst hat sich auf und an der Trasse im vergangenen Jahr einiges getan, Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern freilich, aber auch eine Steinschnecke hat seit Herbst einen Platz an der Trasse nahe Opladener Bahnhof.  „Ursprünglich hatten wir die Idee, die Steine in einem großen Kreis zum Sitzen auszulegen. Dieser Plan wurde aus Angst vor Vandalismus, Vermüllung und wilden Grilltreffen verworfen“, berichtet Haller. Und:  Der Prellbock kurz hinter der Rennbaumbrücke wurde frei geschnitten, er kann nun wieder als Relikt der Eisenbahnzeit bewundert werden.

Bewundern würden Radfahrer, vor allem Radpendler, auch dies: die Verbindung von der Balkantrasse in Opladen rüber in Richtung Bürrig, um von dort an den Rhein zu gelangen, ohne großartig viel befahrene Straßen wie die Bonner Straße nutzen oder queren zu müssen. Aber: „Die Planungen für einen Radwegausbau von der Schusterinsel unter der Raoul-Wallenberg-Straße und der A 3 hindurch zum Tierheim und dem Weg am Mühlengraben schleppen sich weiter hin, unseres Wissens hat es noch keine nennenswerte Fortschritte gegeben“, merkt die Leverkusenerin an. Sie verspricht aber: „Für die Rhein-Anbindung des Bergischen Panoramaradweges, zu dem die Balkantrasse als integraler Bestandteil gehört, machen wir uns stark. Wir sprechen einerseits mit den Verantwortlichen bei der Stadt und können uns auch eine finanzielle Beteiligung vorstellen.“