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Leverkusen: Wupsi bietet Car-Sharing an.

Car-Sharing : Mit dem Wupsi-Auto durch die Stadt

Ab November stehen an 13 Standorten 22 Pkw und ein Transporter zur Ausleihe per App bereit.

Für alle, die weniger als 7000 Kilometer pro Jahr fahren, rechnet sich das eigene Auto eigentlich nicht. Zu der Erkenntnis kommt man beim Addieren sämtlicher Kosten für Anschaffung, Haltung, Wartung, Reparatur und Sprit. Das  rechnet Matteo Christofaro, technischer Abteilungsleiter bei der Wupsi vor. Für diesen Kreis wäre das neue Car­sharing-Angebot des Busbetriebs die ideale Alternative, um auf Strecken mobil zu bleiben, die nicht mit Bus, Bahn oder Fahrrad zu erreichen sind.

Ab 1. November stehen die roten Mazdas mit dem Kennzeichen LEV-WU… an 13 Stationen in Opladen, Schlebusch und Wiesdorf und können ausgeliehen werden. Dazu muss man sich zunächst registrieren, entweder per App auf wupsiCar.de (erhältlich in allen App-Stores) oder in einem der KundenCenter, wo man ohnehin einmalig den Führerschein vorlegen muss. Die Autos stehen an wichtigen Knotenpunkten in den drei Zentren, im nächsten Jahr sollen die übrigen Stadtteile folgen.

Man hat die Wahl zwischen zwei Tarifen: „Basis“ ist für Gelegenheitsnutzer gedacht, „Aktiv“ lohnt sich ab mindestens zwei Ausleihen pro Woche. Per App kann man sehen, ob und wo ein Pkw verfügbar ist und man kann selbst reservieren. Mit der App (die mit Sharing-Firmen in 200 anderen Städten kompatibel ist), alternativ Kundenkarte oder VRS-Chipkarte lässt sich die Autotür öffnen, an der Windschutzscheibe befindet sich ein Lesegerät. Der Schlüssel liegt im Handschuhfach. Da muss man ihn auch wieder hineinlegen, wenn man das Auto an derselben Station zurückgibt. Sinkt die Tankanzeige unter ein Viertel, muss man tanken, bezahlt wird mit der DKV-Abrechnungskarte.

Man habe sich bewußt für die stationsgebundene Variante entschieden und nicht für ein Free-floating-System, das zwar mehr Flexibilität bietet, aber ökologisch wenig sinnvoll sei, weil die Autos dann mit Lkw zurückgefahren werden müssten, erklärt Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski. Und dazu wurde diese Carsharing-Flotte als weiterer Baustein zur Mobilitätswende, neben Leih-Fahrrädern, Bus-Streckenausweitung und Taktverdichtung, ja angeschafft.

„Wir brauchen ein ganzes Netzwerk als Alternative zum Individualverkehr“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Richrath, der für die rund 2.500 Mitarbeiter seiner Stadtverwaltung bereits ein Jobticket zu attraktiven Konditionen ausgehandelt und die Dienstwagenflotte reduziert hat. Langfristig sollen nur noch die orangen Spezialfahrzeuge übrig bleiben. Alles andere wird durch Car-Sharing ersetzt, das es bisher mit einem anderen Anbieter gab und jetzt auf WupsiCar umgestellt wird. Ein solcher „Ankerkunde“ wie die Verwaltung, dem hoffentlich die städtischen Gesellschaften folgen würden, ermögliche überhaupt den neuen Service. Aufgrund der bisherigen Erfahrung wurden zunächst 23 Fahrzeuge (13 Kleinwagen, fünf Mini-SUV, ein Zweisitzer-Sportwagen, ein Transporter plus drei E-Autos) angeschafft, die auf den bisherigen Dienstplätzen parken sollen, aber nun von jedermann gemietet werden können. Geplant ist, die Flotte in 2020 auf 40 zu erhöhen. Bis auf die drei Elektrofahrzeuge von BMW, deren Mehrkosten die EVL übernahm, wurde die gesamte rote Flotte von Mazda geleast.

Mit diesem wichtigen Leverkusener Arbeitgeber haben Richrath und Kretkowsi gute Konditionen ausgehandelt. Erfahrungsgemäß werden städtische Mitarbeiter die Fahrzeuge auch tagsüber nicht alle nutzen, abends und an Wochenenden sind sie komplett frei für die Privatnutzung.
  Im Basistarif kostet die Ausleihe je nach Fahrzeugtyp zwischen 3,70 und acht Euro pro Stunde und 0,20 bis 0,25 pro Kilometer. Im Aktivtarif mit monatlicher Grundgebühr von acht Euro kostet die Stunde von 2,95 bis 6,40 Euro, der Kilometer 0,16 bis 0,20 Euro. Im Schadens- oder Pannenfall gilt die Hotline 021715007-222.