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Leverkusen: Wrack des verschwundenen Flugzeugs entdeckt – keine Überlebenden​

Großeinsatz in Kroatien : Wrack des verschwundenen Flugzeugs aus Leverkusen entdeckt – keine Überlebenden

Für die vier Insassen der Cessna 182, die auf dem Rückflug von Split an den Rhein von den Radarschirmen verschwand, gibt es keine Hoffnung mehr. Nach kroatischen Nachrichtenquellen soll das Wrack von einer Drohne entdeckt worden sein. Pilot und drei Passagiere haben nicht überlebt.

Das meldet die kroatische Online-Zeitung Index.hr am Montagmittag und das bestätigt auch der Luftsportclub Bayer Leverkusen. Das Wrack sei bei Brocanac in der Nähe von Rakovica entdeckt worden.

Flugzeug aus Leverkusen verschwindet vom Radar

Laut Index.hr. ist der Pilot Schweizer, zwei Passagiere haben die deutsche Staatsbürgerschaft und einer die kroatische. Noch am Sonntag war eine Suchaktion nach der Maschine gestartet worden, nachdem diese um 11.45 Uhr vom Radar verschwunden war. An der Suche beteiligt waren neben Polizei- und Zivilschutzkräften auch Jäger.

Bisher ist unklar, was mit der Cessna 182 des Luftsportclubs Leverkusen geschehen ist, die am Sonntag vom Radar verschwand, und wie es zu dem Absturz kommen konnte. Wie es hieß, soll am Sonntag in der Region ein Sturm getobt haben.

Weder die Flugsicherung noch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung konnten am Montagvormittag nähere Auskünfte über den Unfall und seine Ursachen erteilen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sei über den Vorfall informiert, hießt es dort. Federführend bei der Unfalluntersuchung seien aber die kroatischen Behörden.

 Eine Leitstelle in Kroatien steuert den Sucheinsatz nach dem Absturz der Leverkusener Maschine.
Eine Leitstelle in Kroatien steuert den Sucheinsatz nach dem Absturz der Leverkusener Maschine. Foto: MUP
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Die kroatischen Behörden hatten am Sonntag Rettungs- und Suchalarm ausgelöst, nachdem die Maschine nicht mehr geortet werden konnte. Am Sonntag gegen 13.30 Uhr war die Flugleitung am Flugplatz Leverkusen vom deutschen Such- und Rettungsdienst der Flugsicherung informiert worden, dass ein in Split gestartetes Leverkusener Kleinflugzeug das angegebene Flugziel nicht erreicht hat. Das Flugzeug vom Typ Cessna 182, das sich im Eigentum des Luftsportclubs Bayer Leverkusen befindet, war am Donnerstag in Leverkusen gestartet und nach Kroatien geflogen.

„Wir haben mit der Familie des Piloten gehofft und gebangt, uns in der Gemeinschaft des Luftsportclubs gegenseitig Mut und Hoffnung zugesprochen. Nun haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Wir haben ein engagiertes Mitglied unserer Fliegergemeinschaft und einen guten Freund verloren“, erklärt Reinhard Sablowski, Vorsitzender des Luftsportclubs Bayer Leverkusen: „Unsere Gedanken sind bei der Familie des Piloten und bei den Familien der weiteren Personen, die bei diesem tragischen Unglück mit an Bord waren.“ In der Gemeinschaft des Luftsportclubs Bayer Leverkusen habe die Nachricht über das Unglück großes Bestürzen und Trauer ausgelöst.

Teile der Maschine seien nach kroatischen Meldungen heute vormittag von einer Suchdrohne entdeckt worden, meldet auch der Luftsportclub. In einer Pressekonferenz hätten die kroatischen Behörden um 12 Uhr bestätigt, dass niemand den Unfall überlebt hat.

„Wir haben im Vorstand die Bilder und Berichte kroatischer Medien pausenlos verfolgt und der Familie des Piloten beigestanden“, berichtet Sablowski. Zeitgleich wurde versucht, anhand von offenen Daten anderer Flugzeuge, die zum Unglückszeitpunkt in der Nähe gewesen sein könnten und über ein spezielles System zur Kollisionsvermeidung verfügen, die Rettungskräfte bei der Berechnung des ungefähren Absturzortes zu unterstützen.

Leider waren alle Bemühungen zur Rettung vergebens, wie Reinhard Sablowski weiter mitteilt. „Der persönliche Einsatz und das Engagement der kroatischen Einsatzkräften von Polizei, Rettungsdienst, Zivilschutz und der kroatischen Bergrettung HGSS haben uns alle tief bewegt. Wir haben die Rettungsarbeiten in den Sozialen Medien verfolgt.“ Die Suche sei durch starken Regen, Nebel und unwegsames Gelände erschwert worden. „Dennoch haben die Einsatzkräfte auch am Abend nicht aufgegeben. Freiwillige Helfer aus der Zivilbevölkerung sind noch am Abend zu Fuß und mit Geländemotorrädern spontan auf die Suche gegangen, um Leben retten zu wollen. Für diesen großen und unermüdlichen Einsatz spreche ich im Namen unseres gesamten Vereins den Einsatzkräften meinen Dank und meine große Anerkennung aus.“

Was zum Absturz der Cessna 182 geführt hat, wird nun durch die sogenannte Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen, kurz BfU, in Braunschweig untersucht werden. Die BfU untersucht nicht nur alle Flugunfälle in Deutschland, sondern auch Unglücke, an denen in Deutschland zugelassene Luftfahrzeuge beteiligt waren. „Wir werden die Experten der BfU selbstverständlich und vollumfänglich bei der Untersuchung unterstützen“, betont der Vereinsvorsitzende: „Anders als im Straßenverkehr wird in der Luftfahrt wirklich jeder Unfall im Detail und minutiös von unabhängigen Spezialisten analysiert, um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen und zukünftige Unfälle zu vermeiden. Daher werden wir uns an Spekulationen zur Unglücksursache nicht beteiligen und die Ergebnisse der Untersuchung abwarten.“

Die Cessna 182 ist eins von sechs Motorflugzeugen im Besitz des Luftsportclubs Bayer Leverkusen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: In Kroatien abgestürzt - Wrack des Flugzeugs aus Leverkusen entdeckt