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Leverkusen: Wie die CDU den Handel in der Innenstadt stärken will

Leerstände in der City : Wie die CDU den Handel stärken will

Oberbürgermeister-Kandidat und Werbegemeinschaftschef Frank Schönberger hat viele Ideen für die Fußgängerzone in Wiesdorf. Er kann sich im möglicherweise bald frei werdenden Kaufhof auch eine Filiale der niederländischen Kette Hema vorstellen.

Sprachbilder sind bei Politikern beliebt. Zuletzt war von einem „Knochen“ die Rede, wenn es um die Fußgängerzone in Wiesdorf ging: auf der einen Seite die Rathaus-Galerie, auf der anderen die Kaufhof-Filiale – und dazwischen kleinere Einzelhändler und Gastronomie. Doch was passiert, wenn dem „Knochen“ ein Ende wegbricht, wie nach der Ankündigung des finanziell angeschlagenen Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof zu befürchten ist?

Frank Schönberger, Vorsitzender und Oberbürgermeister-Kandidat der CDU und Vorstand der Werbegemeinschaft City, hat sich darüber Gedanken gemacht. Bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone stellte er seine Ideen vor. Dem drohenden Kaufhof-Aus in Leverkusen will er mit Gesprächen mit den Vermietern entgegenwirken. Noch bestehe Hoffnung auf den Erhalt des Warenhauses. Andernfalls sei schnell ein attraktiver Nachmieter nötig, zum Beispiel die niederländische Kaufhauskette Hema. „Ich bringe den Namen gerne ins Spiel“, sagt Schönberger.

Von SPD-Oberbürgermeister Uwe Richraths Plänen, das Bürgerbüro in der ehemaligen Sparkassen-Filiale in den Luminaden unterzubringen, hält er nichts. Das bringe ab Freitagnachmittag und dem Wochenende keine Kundenfrequenz für den Handel und schade letztlich dem Branchenmix. „Überall, wo einem nichts einfällt, Verwaltungsstellen einzurichten, kann nicht die Lösung sein“, sagt er.

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 Ein Fan ist der Rechtsanwalt und Vorsteher des Bezirks III von dem Bereich zwischen den beiden Ankerpunkten, wo er „starken Einzelhandel und Gastronomie“ verortet sieht. Die Leerstände in der Rathaus-Galerie seien indes vor allem dem zehnjährigen Bestehen des Einkaufszentrums geschuldet. Viele Mietverträge liefen über zehn Jahre – einige Händler hätten sie auslaufen lassen.

Das bestätigt Center-Managerin Kathrin Schubert, betont aber auch: „Ein Großteil der Mieter wird am Standort bleiben – wie etwa Saturn, H&M und C&A“, sagt sie. „In Summe sind bereits rund 90 Prozent der Shops an bestehende oder neue Konzepte vermietet.“ Im Juli stünden zudem gleich drei Neueröffnungen an.

Auf die Corona-Situation seien die Leerstände nicht zurückzuführen. „Inzwischen haben sich die Umsatzzahlen deutlich erholt, aber sie liegen noch unter dem üblichen Niveau. Für die Einzelhändler bleibt das eine Herausforderung.“ Sie hoffe auf positive Impulse durch die von der Politik initiierten Maßnahmen wie etwa der Mehrwertsteuersenkung: „Wichtig ist, dass Kunden wieder Lust am Einkaufen verspüren und den stationären Handel und den Service zu schätzen wissen.“