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Leverkusen Vorwurf der fahrlässigen Tötung: Amtsgericht stellt Verfahren ein

Ausflug in Australien endete tödlich : Vorwurf der fahrlässigen Tötung: Verfahren eingestellt

Laut Anklage gegen einen heute 22-Jährigen war dieser im Mai 2017 zusammen mit einem Freund mit einem Geländewagen im Outback in Australien unterwegs. Aus Leichtsinn sei der Beschuldigte bei Tempo 100 in Schlangenlinien gefahren, worauf er auf unbefestigter, sandiger Straße die Kontrolle über das Auto verlor, das sich dreimal überschlug.

Die Anschuldigung gegen einen heute 22-Jährigen wogen im Amtsgericht schwer. Er soll im Alter von 19 auf einer Tour durch Australien fahrlässig den Tod eines Freundes verursacht haben. Beifahrer verletzten sich leicht bis sehr schwer. Die Insassen des Pkw und die Mutter des Verstorbenen traten als Nebenkläger auf. Für sie endete die Verhandlung unbefriedigend mit einer Einstellung.

Laut Anklage waren die Jugendlichen am 25. Mai 2017 mit einem Geländewagen im Outback in Australien unterwegs. Aus Leichtsinn sei der Beschuldigte bei Tempo 100 in Schlangenlinien gefahren, woraufhin er auf unbefestigter, sandiger Straße die Kontrolle über das Auto verlor, das sich dreimal überschlug. Dabei starb ein 19-Jähriger, ein Beifahrer erlitt einen Schädelbasis-, Augenhöhlen- und Nasenbruch, eine Beifahrerin blieb unverletzt.

Der Angeklagte bestritt den Vorwurf. Der Wagen sei – offenbar wegen eines Defekts – dauerhaft nach links gezogen. Er sei daher von der Straße abgekommen. Hektisch habe er nach rechts gelenkt. Die Bewegung habe den Wagen aufgeschaukelt, sodass er wieder nach rechts einschlug. „Da hatte ich die Kontrolle schon verloren“, beschrieb der Mann. Als kurz drauf das Ausmaß deutlich wurde, sei er einige Wochen im Schockzustand gewesen.

Grund für die Anklage war die polizeiliche Aussage einer Insassin (22). Die belastete den Beschuldigten auch vor Gericht. Erst spät sei sie mit der Wahrheit ans Licht gegangen, da sie Angst gehabt habe, der Beklagte würde sich das Leben nehmen. Sie habe sich auf ihr Handy konzentriert, als sie bemerkte, dass der Wagen auf gerader Straße nach links zog. Als sie Blickkontakt mit dem Fahrer über den Rückspiegel aufnahm und ihm zu verstehen gab, er solle das lassen, habe er gelächelt. „Ich habe es als sehr sorglos empfunden“, sagte sie aus. Der Angeklagte hatte das Lächeln in seiner Aussage auch erwähnt. Demnach habe er im Moment der Panik Ruhe ausstrahlen wollen. Das sei falsch aufgefasst worden.Die Aussage des dritten Beifahrers, der sich wegen seiner starken Verletzungen an wenig erinnerte, brachte Klarheit über die technischen Fakten. Der habe zwar Allradantrieb gehabt, die Gruppe sei aber mit Zweiradantrieb gefahren. Laut eines Polizeiberichts der australischen Beamten, die von einem Unfall ausgehen, offenbar ein Fehler.

Gericht und Staatsanwaltschaft werteten alle Aussagen als plausibel, eine Verurteilung sei nach vorliegenden Fakten nicht möglich. So wurde das Verfahren gegen eine Zahlung nach Jugendstrafrecht von 1500 Euro eingestellt. Die Mutter des Verstorbenen wird wohl Berufung einlegen.