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Leverkusen Vermeintlicher Exhibitionist: „Wollte nur austreten“

Aus dem Gericht : Vermeintlicher Exhibitionist: „Wollte nur austreten“

Ein 34-jähriger Alkenrather soll sich im Innovationspark unschicklich einer Frau gezeigt haben. Jetzt musste er vor Gericht. Der Mann stritt die Beschuldigungen im Gerichtssaal ab. Er habe nach einem erfolglosen Überraschungsbesuch bei seiner Schwester „einfach nur spazieren gehen“ wollen.

Ein Mann soll einer Frau auf offener Straße sein Glied gezeigt haben. Der 34-Jährige verteidigte sich jetzt vor dem Amtsgericht Leverkusen selbst – und tat das mit einer ziemlich abenteuerlichen Geschichte. Dennoch kam der Mann, der wegen exhibitionistischer Handlungen angeklagt worden war, ohne Strafe davon.

Der Vorfall soll sich so zugetragen haben: Laut Anklage war der Mann m 26. August 2019 im Innovationspark unterwegs. Dort habe er gegen 11.30 Uhr eine Frau angesprochen und diese gefragt, ob sie ihm kurz helfen könne. Als sie sich umdrehte, habe er sein entblößtes Glied in den Händen gehalten.

Der Mann aus Alkenrath stritt die Beschuldigungen im Gerichtssaal ab. Er habe im Innovationspark nach einem erfolglosen Überraschungsbesuch bei seiner Schwester „einfach nur spazieren gehen“ wollen. Während er mit einem Freund telefonierte, sei ihm der Harndruck in die Quere gekommen und er habe austreten müssen. So habe er sich mit dem Telefon am Ohr erleichtert – das Handy in der linken, das Glied in der rechten Hand.

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Die Frau, die ihm zufolge ihren Hund ausführte, sei ihm zuvor nicht aufgefallen. Während des Telefonats habe er dann seinen Freund gefragt, ob er ihm helfen könne. Auf Nachfrage des Gerichts stockte es ein wenig, es soll aber um Freundschaftsdienste im Haushalt gegangen sein. „Das hat sie wohl falsch verstanden“, mutmaßte der 34-Jährige.

Als die Frau ihn dann ansprach und fragte, was er wolle, habe er sich umgedreht. Die Hände habe er dabei noch immer in der gleichen Stellung gehabt. Als die Geschädigte sich dann entrüstet zeigte und mit der Polizei drohte, habe er in normalem Gang aus Angst das Weite gesucht: „Ich bin dann einfach weggegangen.“

Diese Geschichte habe der Vater zweier Kinder am Tattag, als ihn Polizisten wenig später aufgriffen, aus dem gleichen Grund nicht erzählt, gab er bei Gericht an. Das vermeintliche Opfer, das als Zeugin geladen war, erschien nicht.

Im Hinblick darauf, dass ein neuer Termin nötig wäre und wohl auch der angerufene Freund des Angeklagten vernommen werden müsste, stellte das Gericht das Verfahren schließlich ein. „Das kann ich auf mich nehmen“, sagte die Richterin. Und sie gab dem Alkenrather trotz Zweifel an seinen Ausführungen einen Rat für künftige Situationen dieser Art mit auf den Weg gab: „Das nächste Mal schauen Sie sich besser um.“