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Leverkusen: Verkauf von Maibäumen am Bürgerbusch fällt aus

Forsthaus Neuendriesch : Verkauf von Maibäumen am Bürgerbusch fällt aus

Corona kippt den Maibaum: Die Gefahr, dass es beim Verkauf ein Gedränge gibt, Menschen sich zu nahe kommen, sei zu groß, sagt Forstverwalter Ralf Pilgram. Bisher wurden dort über 100 Bäume an den Mann gebracht. Auch im Neulandpark wurde jetzt der Verkauf für dieses Jahr abgesagt.

Das Aufstellen von Maibäumen ist fest im Brauchtum verankert. Woher die Tradition kommt, ist nicht endgültig geklärt. Sie geht womöglich auf vorchristliche germanische Bräuche zurück. Junggesellen schmücken für ihre Liebste einen Baum – in der Regel Birke oder Fichte – und befestigen ihn am Haus oder Fenster der Auserwählten. Geschmückt wird er mit Bändern, Büscheln oder Rosen aus buntem Krepp- oder Seidenpapier. Zur Not tut es aber auch ein Zweig. Doch die Corona-Pandemie setzt dem zumindest am Forsthaus Neuendriesch (Bürgerbusch) ein vorläufiges Ende.

„Wir machen das in diesem Jahr nicht“, sagt Forstverwalter Ralf Pilgram. Er fällt jedes Jahr rund 100 wildwachsende Birken zum Verkauf. „Wir haben bei uns nicht genug Platz“, begründet Pilgram die Entscheidung. Es sei durchaus üblich, dass 20 bis 30 Personen gleichzeitg am Forsthaus seien, um einen Maibaum zu erstehen. Aber derzeit gilt es, größere Menschenansammlungen zu vermeiden. „Das ist mit Blick auf die Pandemie zu gefährlich. Die Birken können auch mal ein Jahr stehen bleiben – obwohl sie als das Unkraut des Waldes gelten.“ Ein allzu großer finanzieller Verlust entstehe dadurch jedenfalls nicht.

Pilgram nimmt die Situation mit Humor: „Da wir ein Schaltjahr haben, wären eigentlich die Frauen mit dem Aufstellen der Maibäume dran, aber da haben sie wohl dieses Mal Glück gehabt“, sagt er und lacht.

Weniger amüsant sei indes der Gesamtzustand des Waldes. Anhaltende Trockenheit und Schädlinge machen demnach nicht nur Fichten zu schaffen, sondern auch Buchen und Eichen. Zudem steige die Brandgefahr durch trockenes Laub rapide. „Ich rechne im Grunde jeden Tag mit einem Brand“, sagt Pilgram, der in letzter Zeit oft durch den Bürgerbusch geht, um zum Beispiel zurückgelassene Glasflaschen und -scherben wegzuräumen. „Wenn die Sonne aus einem bestimmten Winkel darauf scheint, kann das wie ein Brennglas wirken“, sagt er. Um die Lage zu entschärfen, seien mindestens vier Wochen ausdauernden Regens notwendig. Aber das ist zumindest in naher Zukunft nicht in Sicht – ebenso wie frisch geschlagene Maibäume aus dem Bürgerbusch.

Auch im Neulandpark ist der Maibaumverkauf abgesagt worden.