1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Urteil im Prozess um illegale Autorennen

Verhandlung am Amtsgericht Opladen : Geldstrafe und Fahrverbot für Raser

Drei Männer lieferten sich ein illegales Rennen. Jetzt sind sie ihre Führerscheine los.

In der Frage, ob sich drei Männer im Alter von 22, 34 und 43 Jahren am 30. Juni des vergangenen Jahres in Leverkusen illegale Autorennen über die Gustav-Heinemann-Straße lieferten, fiel vor dem Amtsgericht in Opladen am Donnerstag das Urteil. Demnach sind die drei Angeklagten schuldig. Sie wurden zu Geldstrafen verurteilt, ihre Führerscheine werden für ein Jahr und mehr eingezogen.

Bis zuletzt hatten die Verdächtigen ihre Unschuld beteuert. Bereits der erste Verhandlungstag am 9. April brachte jene Erkenntnis – und darüber hinaus die, dass ein Sachverständiger zur Klärung des Falls herbeigerufen werden musste. Der sollte für Klärung sorgen: Was genau war eigentlich passiert?

Die Männer begegneten sich demnach zufällig auf der Bismarkstraße. Dort fielen die Wagen (Fiat, Smart und Nissan) zivilen Beamten durch Drängeleien auf, die wenig später auf der Gustav-Heinemann-Straße/Ecke Stixchessstraße in ein Rennen ab der dortigen Ampel mündete. Zwar verschwand der 22-jährige Beschuldigte in die Kalkstraße, die beiden Älteren vollzogen ihren Wettstreit allerdings über weitere Kreuzungen hinweg, sodass die Beamten mit einem Tempo von 110 km/h die Verfolgung aufnahmenen – und die Raser am Karl-Carstens-Ring zum Halten brachten.

Die beiden Beamten, die damals die Verfolgung aufnahmen, wiederholten das Geschehen in ihren Aussagen vor Gericht. Doch hegte die Verteidigung Zweifel an der Tempoüberschreitung der Angeklagten. Sie seien 80 statt der erlaubten 70 gefahren. Ein Handyvideo, das die Beamten am Tattag während der Verfolgung der beiden älteren Fahrern anfertigten, sollte schließlich das Zünglein an der Waage sein.

Der 58-jährige Sachverständige für Straßenverkehrsunfälle sah sich die Bilder genau an, verwendete die auf der Gustav-Heinemann-Straße mittig der Straße angebrachten Laternen als Referenzpunkte und errechnete nach den Bilder/Sekunde die ungefähre Geschwindigkeit des Nissan, der mit der des Smarts übereinstimmte: 108 km/h.

Und auch der dritte und jüngste Fahrer wurde des illegalen Straßenrennens überführt. Die beiden Aussagen der Polizisten waren für das Gericht Beweis genug. Schließlich hatten die drei Fahrer laut der Beamten ihre Autos an der Kreuzung Gustav-Heinemann-/Stixchesstraße nicht nur aufbocken lassen, und sich damit zum Kräftemessen angestachelt, sie hätten die Grünphase zudem genutzten, um aus der zweiten Reihe an den Fahrzeugen vor ihnen vorbeizuziehen.

Dem Gericht reichten diese Beweise und Indizien für eine Verurteilung wegen der Teilnahmen an einem illegalen Straßenrennen aus. Der junge Fahrer eines Fiat wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 200, die Halter des Nissan und des Smarts zu je 300 Euro verurteilt. Sie sind ihre Führerscheine für ein Jahr und mehr als ein Jahr los – und werden diesen neu machen müssen.