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Leverkusen unterschreitet erstmals Stickoxid-Grenzwerte

Weniger Schadstoffe in der Luft : Leverkusen unterschreitet Stickoxid-Grenzwert

An der Gustav-Heinemann-Straße sinkt der Wert auf 38 Mikrogramm. Umweltdezernent sieht keinen Grund zur Entwarnung.

Nach der ersten Auswertung der Stickstoffdioxidbelastung 2019 durch das NRW-Umweltministerium hat Leverkusen den Grenzwert an beiden Messstellen deutlich unterschritten.

Das meldet der CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz. Demnach hat sich an der Gustav-Heinemann-Straße  der Schadstoffausstoß 2019 von bisher 43 Mikrogramm auf 38 Mikrogramm pro Kubikmeter verringert. Damit liegt diese Messstelle erstmals unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. An der Messstelle Manforter Straße wurden statt 25 Mikrogramm 2018 nur noch 22 Mikrogramm gemessen.

„Das ist ein großer Erfolg für Leverkusen“, sagt Rüdiger Scholz. „Mit der Unterschreitung des Grenzwertes an beiden Messstationen hat unsere Stadt einen großen Schritt getan.“ Scholz wertet das „auch als  Ergebnis einer konsequenten Politik der systematischen Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Luftqualität, die in Leverkusen in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde.“ Die Umrüstung der Wupsi-Dieselbusse mit modernen Abgasfiltern gehörten  ebenso dazu wie die Förderung des Fahrradverkehrs und die Einführung des Fahrradleihsystems in der  Stadt. Auch die Zunahme der verkauften Job-Tickets leiste einen wichtigen Beitrag. Scholz: „Der geplante Bau zusätzlicher P&R-Parkplätze verbessert die Rahmenbedingungen zukünftig weiter.“ Diese Politik müsse fortgesetzt werden.

Auch der städtische Umweltdezernent Alexander Lünenbach bewertet die neuen Zahlen positiv. Sie seien für ihn aber keine Überraschung. „Es hat sich bereits Ende vergangenen Jahres abgezeichnet, dass der Grenzwert erstmals unterschritten wird“,   sagt er. Als eine wesentliche Ursache nennt der Umweltdezernent „eine verringerte Hintergrundbelastung“ insgesamt. Die  Schad­stoffausstöße etwa von Industrie und im Straßenverkehr seien deutlicher zurückgegangen als prognostiziert. „Die Industrie hat reagiert, die Politik neue Anreize geschaffen.“ Doch auch die umfangreichen lokalen Bemühungen um ein besseres Klima wie der Luftreinhalteplan zeigten  Wirkung. Ebenso wie die durch Baustellen bedingte Tempobegrenzung auf den Autobahnen im Umfeld Leverkusens.

Für Leverkusen rücken somit Zwangsmaßnahmen wie eine Grüne Umweltzone weiter weg. Umweltdezernent Lünenbach sieht aber keinen Grund zur Entwarnung. „Das ist eine gute Nachricht, aber eben nur eine Momentaufnahme.“ Der Bemessungszeitraum  für die Schadstoff­messungen belaufe sich auf drei Jahre. Zudem sei mit dem Stickstoffdioxid  nur ein Indikator einer weit umfangreicheren Umweltbelastung erfasst.