Leverkusen: Unfallopfer sucht unbekannten Fahrer

Nach schwerem Unfall in Leverkusen: Unfallopfer sucht unbekannten Fahrer

Der 37-jährige Patrick Liese ist ab der Hüfte gelähmt. Der Rettungssanitäter hatte einen schweren Unfall und sucht dringend Zeugen.

Der Unfall vor genau zwei Wochen auf der Abbiegespur Europaring/Fixheider Straße hat schlimmere Folgen als bislang bekannt war. Der verletzte Fahrer, Patrick Liese, kann auch nach zwei Wochen Krankenhausbehandlung die Beine noch nicht bewegen: "Ich bin ab der Hüfte gelähmt", sagt der Lützenkirchener. Der 37-Jährige wandte sich an unsere Redaktion, damit seine Geschichte veröffentlicht wird.

"Ich wurde in der Kurve abgedrängt. Der Schuldige ist unerkannt abgehauen." Jetzt hofft Liese, dass sich doch Zeugen melden und Hinweise auf den Unfallflüchtigen geben. Er soll einen dunklen oder schwarzen Wagen mit möglicherweise Kölner Kennzeichen gefahren haben. "Es könnte ein Mercedes gewesen sein", sagt Liese.

Foto: Miserius Uwe

An dem tragischen Samstag setzt er sich in seinen relativ neuen Seat Leon und fährt zu McDonalds am Europaring. Er löst einen Gutschein ein, kauft eine "Happy Meal-Tüte". Es soll eine Überraschung für seinen Sohn werden, der gerade mit seiner Mutter auf der Rücktour von einem Ausflug in Duisburg ist. Kurz nach 20 Uhr rollt Liese vom Schnellrestaurant los, dreht bei VW Gottfried Schultz, um dann über den Europaring Richtung Abfahrt Fixheider Straße zu gelangen.

Es ist etwa 20.20 Uhr. Die Abbiegefahrbahn (eine Rechtskurve) liegt im Dunkeln. Liese kann problemlos einfahren, weil der Gegenverkehr vor der roten Ampel steht. "Plötzlich sehe ich Schweinwerfer von hinten kommen. Der dunkle Pkw überholt mich rechts. Ich habe wahrscheinlich instinktiv das Lenkrad verzogen und bin links in die Leitplanke geraten." An viel mehr erinnert sich Liese nicht. Er muss mit dem Kopf gegen die Tür oder die Säule dahinter geschlagen sein. "Ich weiß nur noch, wie die Notärztin sagte: Ich lege sie jetzt schlafen." Danach trennen die Feuerwehrleute das Autodach ab, um den Verletzten bergen zu können.

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Zu Bewusstsein ist der 37-Jährige erst auf der Intensivstation im Klinikum Schlebusch gekommen. Im Unfallbericht der Polizei Köln wird es später heißen: Der Fahrer schwebt in Lebensgefahr. Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, gibt es laut Polizei Köln bislang nicht. Rein von der Örtlichkeit ist eins belegbar: Die Abbiegespur ist grundsätzlich breit genug für zwei nebeneinander fahrende Autos. Ein Fahrer, der aber in der Rechtskurve rechts an einem Wagen und dazu im Dunkeln vorbeizieht, der sorgt für höchste Gefahr.

"Ich hoffe, dass sich noch ein Zeuge meldet, der meinen Unfall beobachtet und vor allem den flüchtigen Fahrer oder das Kennzeichen seines Wagens erkannt hat", sagt der 37-Jährige.

Die Abbiegespur bietet so eben Platz für zwei Fahrzeuge nebeneinander. Doch wer im Dunklen einfach rechts vorbeizieht, sorgt für höchste Gefahr. Foto: Uwe Miserius (2/Archiv)

Liese ist von Beruf Rettungssanitäter beim Arbeiter-Samariter-Bund Köln und gehörte früher zur Freiwilligen Feuerwehr Steinbüchel. Zu seiner Familie zählen seine Frau und drei Kinder (3, 15 und 18 Jahre). Die Angaben zum Unfall stammen vom Unfallopfer.

Die Polizei ermittelt. Zum aktuellen Stand gibt sie keine Auskunft. Sie will den Fall und somit auch die Auskunftshoheit an die Staatsanwaltschaft übergeben. "Den Eingang der Akten kann ich noch nicht bestätigen", sagte am Freitag Pressestaatsanwalt Ulrich Bremer.

(RP)