Leverkusen über NRW-Schnitt: 5,6 Jahresgehälter für eigene vier Wände

Wirtschaft : 5,6 Jahresgehälter für eigene vier Wände

Studie besagt, dass sich langfristig in der Stadt kaufen eher lohnt als mieten. Wunsch nach Eigentum als Altersvorsorge.

Eigentumswohnung kaufen? Das ist doch zu teuer, kann ich mir gar nicht leisten: Gegen diese Einstellung will eine neue Studie der Sparda-Bank angehen. Auf lange Sicht sei, so das Ergebnis der Studie, Kaufen immer noch günstiger als ein Mietverhältnis. „Vergleicht man die Kosten, schneiden Käufer sogar deutlich besser ab – in Leverkusen genau 30 Prozent günstiger“, heißt es in der Studie. „Damit liegt die Stadt leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt, wo der Kostenvorteil von Käufern im Vergleich zu Mietern 33 Prozent beträgt.“

Die Zahlen stammen aus der Analyse „Wohnen in Deutschland 2019“, die der Verband der Sparda-Banken mit dem Institut der deutschen Wirtschaft und dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) herausgegeben hat. „Die Sparda-Bank West will damit allen, die vom eigenen Zuhause träumen, Vergleichsmöglichkeiten bieten“, erläutert die Leverkusener Filialleiterin Christina Spermann.

Allerdings: Eine Immobilie zu annehmbaren Preisen zu finden, ist mittlerweile nicht nur in Metropolen schwierig. Längst strahlt diese Situation ins Umfeld ab. Die Bank nennt exemplarisch diese Zahlen: Für eine 111-Quadratmeter-Immobilie sind in Leverkusen im Schnitt 5,6 Haushaltsjahreseinkommen (netto) nötig. Das ist mehr als im NRW-Landesdurchschnitt, der von 4,9 Haushaltsjahreseinkommen ausgeht. Vergleichsweise hoch ist in der Stadt auch der Quadratmeterpreis von 2324 Euro für Eigentumswohnungen – im Bundesdurchschnitt müssen je Quadratmeter Wohneigentum 2379 Euro auf den Tisch gelegt werden. „Allerdings haben Regionen mit hohen Kaufpreisen in der Regel auch hohe Mietpreise: Leverkusen liegt hier mit 7,38 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter weit über dem NRW-Schnitt von 6,92 Euro“, sagt Spermann.

Bundesweit gelten Immobilien für 264.000 Euro als erschwinglich. In Leverkusen bekommen Käufer dafür 114 Quadratmeter Wohnfläche. Das ist weniger als im Durchschnitt von NRW (129 Quadratmeter), aber doch noch deutlich mehr als etwa nebenan in Köln (76 Quadratmeter) oder Düsseldorf (73 Quadratmeter).

Die Sehnsucht nach einer Eigentumswohnung wächst – etwa, um Mieterhöhungen zu umgehen und fürs Alter vorzusorgen. Foto: dpa-tmn/Daniel Karmann

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist laut Studie vorhanden: Elf Prozent aller Mieter im Alter zwischen 16 und 50 Jahren planen in den nächsten zwei bis drei Jahren, eine Immobilie zu kaufen. Weitere 20 Prozent haben das zumindest zu einem späteren Zeitpunkt vor. „Denn: Für 73 Prozent der Befragten ist Wohneigentum ein wichtiger Beitrag zur Altersvorsorge – und für 69 Prozent ein Schutz vor Mieterhöhungen“, sagt die Untersuchung aus. Und 67 Prozent haben einfach den Wunsch nach den eigenen vier Wänden. Die Sparda-Studie weist für Leverkusen beim Zukunftsindex 2030 den Rang 21 von 401 bewerteten Städten und Landkreisen in Deutschland aus. Die Stadt bleibt also „für viele sehr attraktiv, so dass mit einem steten Zuzug und hohen Neubaubedarf zu rechnen“ sei. Christina Spermann fordert deshalb: „Es muss einfach mehr gehen in Sachen Wohnungsneubau.“

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