Leverkusen Tag der Patientensicherheit im Klinikum

Patientensicherheit im Klinikum Leverkusen: Die Zukunft des Klinikums ist digital

Schmal, weiß und mit einem Barcodeaufdruck versehen. So sieht das Armband aus, das jeder Patient bei Aufnahme im Klinikum Leverkusen bekommt und das ihn unverwechselbar macht. Falsche Medikamentengaben oder gar eine Verwechslung im OP-Saal sind damit ausgeschlossen.

„Patientensicherheit muss täglich gelebt werden“, sagt der ärztliche Direktor des Klinikums, PD Jürgen Zumbé. „Deshalb werden zahlreiche Prozesse mittlerweile digital begleitet.“ Der Behandelnde werde natürlich auch in Zukunft der Mediziner sein. „Aber wo die Technik helfen kann, da nutzen wir sie.“

Entsprechend steht der „Internationale Tag der Patientensicherheit“ im Klinikum diesmal unter dem Motto Digitalisierung. 1999 gab es dort die ersten digitalen Röntgenaufnahmen – „das war damals eine Revolution“. Mittlerweile werden zahlreiche Daten digital erfasst und übermittelt. Etwa mit dem „schlauen“ Hygienespender, der gerade getestet wird und dokumentiert, wie oft das Personal sich die Hände desinfiziert hat. Oder mit der elektronischen Krankenakte, die lückenlos sämtliche Werte und Therapien jedes Patienten auf den beiden Intensivstationen auflistet. „Früher haben unterschiedliche Pfleger und Ärzte in einer Papierakte herumgeschrieben, heute haben wir von jedem Rechner aus Zugriff auf die komplette Akte“, erklärt Prof. Gerd Molter, Direktor der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Außerdem schlägt das System beispielsweise Alarm, wenn ein Medikament nicht verabreicht wurde.

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Auch in der Kardiologie gehört die Digitalisierung zum Klinikalltag. Für 28 Patienten mit Herzrhythmusstörungen, die lückenlos überwacht werden müssen, gibt es sogenannte Telemetriebetten. „Die Patienten tragen einen kleinen Sender und können sich frei auf der Station bewegen, während das Personal das EKG überwachen kann“, erklärt Prof. Peter Schwimmbeck, Direktor der Klinik für Kardiologie. Da­rüber hinaus werden am Klinikum auch Defibrillatoren implantiert, die Patienten mit Herzrhythmus­störungen auch zuhause permanent überwachen und bei Bedarf selbstständig defibrillieren. „Der Patient merkt davon gar nichts“, erklärt Schwimmbeck. All diese Dinge seien nicht etwa Selbstzweck für technikverliebte Mediziner, betont Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann. „Sondern sie dienen einzig dem Wohl des Patienten.“

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