Leverkusen: Tag der offenen Ateliers im Künstlerbunker

Gemeinschaftsausstellung: Offene Ateliers im Künstlerbunker

Unter dem Titel „März / Zwanzigneunzehn“ präsentieren Künstler Appetithäppchen aus ihren Werkstätten.

Für den Tag der offenen Ateliers am kommenden Sonntag haben sich die Mieter im Künstlerbunker entschlossen, Appetithäppchen in der Galerie zu präsentieren. „März / Zwanzigneunzehn“ ist der Titel dieses Werkstattberichts mit aktuellen Ergebnissen oder unvollendeten Bildern und Skulpturen, an denen nach dem 30. März weitergearbeitet wird.

Die Auswahl soll Lust machen, in die Ateliers hinaufzusteigen, um mit den anwesenden Künstlern zu reden und weitere Werke zu entdecken. Dieses Konzept habe bereits den Austausch untereinander belebt, sagen Fotokünstler Jo Seibt und Grafiker Harry Plein, die bei der Gelegenheit Gemeinsamkeiten feststellten, trotz völlig unterschiedlicher Techniken.

Plein versuchte erstmals die Heliogravur, eine Drucktechnik, bei der eine Fotografische Platte benutzt wird. In diesem Fall ein Selbstporträt aus den Siebzigern, von dem er eine ganze Serie herstellte, bei der jedes Exemplar ganz unterschiedlich abgerieben und in Teilen geschwärzt wurde.

Auch Seibt arbeitet mit bewussten Schwärzungen von Bildteilen, allerdings bei der Fotobearbeitung am Computer. So setzt er gezielte Akzente, indem er teilweise Information wegnimmt.

Friedel Engstenberg hat Gesichter aus reduzierten Formen in Metall gebaut und damit eine Reihe begonnen, die er 2020 in einer Einzelausstellung zeigen wird. Es sind auch unfertige Skulpturen dabei, an denen seine Vorgehensweise nachzuvollziehen ist. Genauso bei Britta Reinhard, die auf ihr Riesenformat von übermalten gegenständlichen Motiven noch weitere Farbschichten aufbringen wird.

Katharina Meierjohann zeigt genähte und gefaltete Zeichnungen, an denen sie noch arbeitet, und Anna Matzek hat Teile eines verrotteten Kinderkarussells mit farbigen Kindheitserinnerungen auf dem damals noch neuen Spielgerät bemalt.

Autobiografisch sind auch die Assemblagen, die Rolf Wetter aus verschiedenen Materialien zusammengefügt hat. Eine enthält „Vaters Reisehalma“, eine Holzlok und weitere Erinnerungen an den Eisenbahner-Vater, der ihm die Lust am Reisen eröffnet hat.

Sein Atelier teilt Wetter derzeit mit Christof Lungwitz, der mit edlen Hölzern und Humor arbeitet. Nach dem Vorbild der Hütten zur Vogelbeobachtungen hat er die Miniatur eines „Kurschatten-Beobachtungsstandes“ gebaut.

Ebenfalls zu Gast ist Jutta Schmücking, die mit Fundstücken und Fragmenten derzeit „Zufall-Absicht-Collagen“ gestaltet. Lüder Seedorf hat eine organische Figur in weiß so geformt, dass sich Licht- und Schatten-Effekte ergeben. Lutz Diese hat ein gemaltes Porträt so grob gerastert, dass es fast abstrakt ist und Peter Kaczmarek erzählt mit vielen winzigen Bildchen á la Daumenkino eine Geschichte von gut bis böse.Helmut Hungerberg bleibt seiner reduzierten grafischen Arbeitsweise treu und Christine Kamps hat sich auf kleine Ausschnitte aus größeren Bildern konzentriert.

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