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Leverkusen: stART-Festival – ART ohne Start

Kultur in Leverkusen : stART-Festival – ART ohne Start

Statt Saisonspielplan will die Bayer Kultur nun Festivals veranstalten. Die ersten Konzerte finden ohne oder nur mit einem Zuschauer vor Ort statt.

Am 16. April beginnt Bayer Kultur mit dem neuen Veranstaltungsformat „stARTfestival“. So war es zumindest geplant. Inzwischen ist längst klar, dass vorläufig an Präsenz-Konzerte nicht zu denken ist, aber die Veranstalter wollten die Termine nicht einfach absagen.  „Die derzeitige Pandemie-Situation fordert von uns allen, neue und innovative Wege zu beschreiten, damit Kunst nicht ganz verstummt“, sagt Festival-Leiter Christoph Böhmke. Für die vier Veranstaltungen im April habe man deswegen ein angepasstes Konzept (nach Verordnungs-Stand heute) entwickelt: „mEINfestival“.

Vorbehaltlich der dann geltenden Hygienevorschriften lädt das Team von Bayer Kultur je eine Person aus dem Kreis der Ticketkäufer stellvertretend pro Vorstellung ein, das Konzert hautnah mitzuerleben. „Alles ist möglich. Alles kann und muss“, betont Christoph Böhmke. „Das gilt natürlich in scheinbar perspektivlosen Zeiten umso mehr.“ Angesichts der unsicheren Entwicklung habe sich das Team überlegt, lieber einen Menschen glücklich zu machen, als auf die Öffnung unter erschwerten Bedingungen zu warten. „Wenn wir das dann noch im Livestream transportieren, können auch Menschen vor dem Schirm daran teilhaben und wir sind überzeugt, dass dieses semi-private Erlebnis noch einmal anders wirkt.“

Dabei dachte man nicht zuletzt an die Künstler, denen die Wechselseitigkeit zwischen Ausführenden und Publikum schon so lange fehlt. Musik entsteht im Moment, und der ist mit geprägt von Schwingungen im Raum, von Reaktionen, Applaus oder sogar das sonst geschmähte Husten. Man wolle eine klare Perspektive für die Künstler schaffen, so Böhmke. Es sei etwas verrückt, aber doch wichtig, dass ein Player wie Bayer Kultur einen solchen Impuls gebe.

Das Team von Bayer Kultur wird dazu jeweils einen Kunden auswählen und kontaktieren. Die Einladung gilt dann auch für eine Begleitperson, die aber im selben Haushalt leben muss. Die Künstler dürfen vor Ort konzertieren, mit tagesaktuellen negativen Tests.

Betroffen sind die Konzerte am 16. April in der Wuppertaler Stadthalle mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks (Fauree-Requiem) und am 26. April in Leverkusen mit dem „delian::quartett“, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden, berichtet Bayer Kultur.

Die Konzerte am 24. April in Bitterfeld mit dem Pianisten Alexander Krichel und am 27. April in Berlin mit „The Jakob Manz Project“ können im Livestream über die Webseite www.kultur.bayer.de verfolgt werden.

Noch hoffen alle, dass die Mai-Veranstaltungen mit Publikum stattfinden können – vielleicht dann mit Tests oder Impfnachweis und unter geltenden Hygienebedingungen.