Leverkusen Standstreifen auf der A3 zwischen Hilden und Mettmann wird zur Fahrbahn

Neue Streckenbeeinflussungsanlage: Standstreifen als vierte Fahrbahn auf der A3

Zwischen Hilden und Mettmann soll ab sofort eine Streckenbeeinflussungsanlage den Verkehr entlasten. Zweitweise soll auch der Standstreifen befahren werden.

Eine neu eingerichtete, temporäre Seitenstreifenfreigabe wird ab sofort den Verkehr auf der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und der Anschlussstelle Mettmann deutlich entlasten. Die dazu benötigte Streckenbeeinflussungsanlage wurde am Montag von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in der Leverkusener Verkehrszentrale in Betrieb genommen. Als „besonderes Ereignis“ bezeichnete Elfriede Sauerwein-Braksiek die feierliche Inbetriebnahme der Anlage. Ironischerweise kam die Direktorin des Landesbetriebes für Straßenbau in NRW mit einigen Minuten Verspätung in der Verkehrszentrale Leverkusen an, weil sie ausgerechnet auf der A3 im Stau gestanden hatte.

Dieses Schicksal teilt sich die Direktorin mit 125.000 Autofahrern (davon zehn Prozent Lkw-Fahrer), die dort täglich zwischen Hilden und Mettmann unterwegs sind. Regelmäßig kommt es auf der Strecke zu Staus. Das soll sich ändern, wobei NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst deutlich machte, dass die Anlage nur zur punktuellen Entlastung beitragen könne, sich Staus damit jedoch nicht gänzlich vermeiden ließen. „Es ist nur eine von vielen Stellschrauben gegen den Stau.“

  • Verkehr : Standstreifen als vierte Fahrspur

Mit Rekordinvestitionen versuche die Landesregierung mit zusätzlichen Mitteln des Bundes, die Infrastruktur im bevölkerungs- und staureichsten Bundesland zu verbessern. „Die Seitenstreifenfreigabe ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch kann das Verkehrsnetz 25 Prozent mehr Verkehr aufnehmen“, sagte Wüst. Eine flüssigere Verkehrsführung sei so möglich. Einfach sei das aber nicht umzusetzen, bemerkte Wüst. „Wir machen das hier nicht nach Wild-West-Manier, sondern im German-Style – sehr ordentlich.“ Heißt, um den Standstreifen für die Freigabe zu ertüchtigen, musste der Untergrund erneuert werden, damit er auch der Last von Lkw standhält. „Das erklärt auch, warum es rund eine Million Euro pro Kilometer gekostet hat“, sagte Wüst. Konkret sieht das neue System vor, zu Spitzenzeiten, vornehmlich in den Morgen- und Abendstunden, die dreispurige Autobahn zwischen Hilden und Mettmann mit dem Standstreifen um eine vierte Spur zu erweitern. Derzeit ist das zumindest auf einer Strecke von sieben Kilometern möglich.

Gesteuert wird die Anlage, bestehend aus neun Anzeigequerschnitten, 31 Verkehrslenkungstafeln, 38 Kameras und zwei dynamischen Wechselwegweisern mit integrierter Stauinformation, von der Verkehrszentrale Leverkusen, eine der modernsten in Deutschland. Erkennen die Mitarbeiter ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, können sie per Knopfdruck den Standstreifen freigeben. Auf den Verkehrstafeln auf der Autobahn erscheint dann der Hinweis auf eine vierte Spur. Bevor diese freigegeben wird, müssen die zuständigen Verkehrsüberwacher, über die Kameras den Standstreifen auf mögliche Gefahren wie liegen gebliebene Autos oder Gegenstände absuchen. Und sollte während der Freigabe ein Auto liegen bleiben, müssen die Mitarbeiter der Verkehrszentrale reagieren und den Standstreifen wieder sperren.

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