Leverkusen: Stadt, Jobcenter und Arbeitsagentur bündeln Angebot für Jugendliche.

Jugendberufsagentur : Neue Agentur – Zukunft aus einer Hand

Stadt, Jobcenter und Agentur für Arbeit bündeln ihre Angebote für Jugendliche.

  Kürzere Wege, verbessertes Angebot – mit einer zentralen Anlaufstelle wollen Stadt, Jobcenter und die Agentur für Arbeit jungen Menschen effektiver als bisher den Weg in den Beruf ebnen. Die Jugendberufsagentur Leverkusen ging am Dienstag offiziell an den Start. An zentraler Stelle nahe dem Wiesdorfer Bahnhof bieten 22 Mitarbeiter auf zwei Etagen des Jobcentergebäudes an der Heinrich-von-Stephan-Straße eine von nun an gebündelte Beratung und Leistung, die die drei Akteure bisher getrennt angeboten hatten.

Ob Berufsberatung, Fragen zur Gewährung finanzieller Hilfen, die Vermittlung von Integrationskursen oder von Maßnahmen der Jugendsozialarbeit bis hin zur Unterbringung in Wohngruppen, das Angebot an Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren wird nun zentral koordiniert – sozusagen Zukunft unter einem Dach.

Renate Helff, Geschäftsführerin des Jobcenters, sprach von einer „Herzensangelegenheit“, Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach, von einem „Meilenstein“ und einer „richtigen Antwort auf die Fragen der Zeit“. Weichert: „Der Parcour durch die Institutionen entfällt, es gibt keinen Laufzettel mehr.“ – „Wir müssen weg vom Image der Leistungsstelle und hin zu einem positiven Entrée“, sagte der städtische Sozialdezernent Alexander Lünenbach.

Der Arbeitsmarkt ist weiterhin entspannt, das Angebot an Ausbildungsplätzen ist so groß wie kaum jemals zuvor. Doch gibt es nach wie vor Jugendliche, die große Schwierigkeiten haben, den Weg in einen geeigneten Beruf zu finden. Das liege zum einen am Wandel der Berufsbilder, die mitunter höhere  Anforderungen stellten. Auch hätten Bewerber manchmal noch falsche Vorstellungen von modernen Berufsbildern.

 Migrationshintergründe könnten bei der Berufsfindung hinderlich  sein. Helff: „Manche Jugendliche haben einen kulturellen Hintergrund, bei dem es nicht unbedingt üblich ist, eine Ausbildung zu machen.“ Besonders Mädchen und junge Frauen aus Migrantenfamilien seien benachteiligt. Deshalb sei es so wichtig, den Blick nicht nur auf die jungen Menschen selbst zu legen, sondern auf deren  gesamtes Umfeld, sagt Angela Hillen, Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend bei der Stadtverwaltung. „Wir müssen die Familien mitnehmen.“ Der Fachbereich ist ebenfalls an dem Projekt beteiligt.