Leverkusen: Sonnenbrand-Festival im Neulandpark

Event : Elektrobeats beim Sonnenbrand-Festival im Neulandpark

Es gab nur wenige Schattenplätze, aber die waren extrem begehrt. Denn es war heiß. Die Gefahr, dass das Festival seinem Namen alle Ehre machte, war am Samstag ziemlich groß, als zum zweiten Mal das „Sonnenbrand“-Festival im Neulandpark über die Bühne ging.

„Ich hoffe, alle haben sich gut eingecremt und trinken genug“, gab sich Jonas Waldecker (22) aus Bergisch Neukirchen besorgt. Gemeinsam mit Marco Münzer (23) aus Gronenborn hatte der Student der Hochschule Köln das Fest organisiert. „Leverkusen ist zu leise. Wir wollen die Stadt lauter werden lassen“, begründete der junge Mann die Aktivität, bei der ausschließlich Elektrobeats ertönten und dumpfe Bässe den Platz vor der Bühne füllten.

Ihr Engagement lag nahe, weil sowohl Waldecker als auch Münzer Liebhaber von Livemusik und leidenschaftliche Besucher von Elektro-Festivals sind. Überdies konnten sie ihre eigenen Erfahrungen in der Event-, Konzert- und Festivalbranche gut selber nutzen. Allerdings zahlten sie dafür einen hohen Preis. Nicht nur, weil sie seit zweieinhalb Jahren ihre gesamte Freizeit für dieses Projekt investierten. Sondern sie bestritten auch sämtliche Kosten im fünfstelligen Bereich aus eigener Tasche.

Finanzielle Unterstützung kam bisher lediglich von Eltern und Sponsoren, allen voran Hauptsponsor VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen. Entsprechend froh und glücklich waren die Veranstalter, dass noch mehr Gäste als bei der Vorjahres-Premiere aufs Gelände strömten. Insgesamt rechneten sie mit rund 450 Besuchern. Diese mussten am Eingang allerdings erst die Kontrolle passieren, während 14 Fachkräfte den eingezäunten Bereich sicherten und die Leute überprüften. Im Vorjahr kamen dabei Messer und Schlagringe in den Schuhen einiger Teenager zum Vorschein. Waldeck dazu: „Das sind Dinge, die hier absolut nichts zu suchen haben.“

Schon kurz nach dem Start um 14 Uhr waren Silke, Hanna und Leonie mit weiteren Freunden aus der gesamten Umgebung zur Stelle. Erst vor kurzem hatten sie ihr Abitur am Landrat-Lucas-Gymnasium und an der Marienschule Opladen bestanden. Nach Abi-Battle und Abi-Ball bot das Festival nun eine weitere gute Gelegenheit für ausgelassenes Feiern und pure Lebensfreude. „Es gibt immer einen Grund“, lachte Silke. „Wir haben uns extra dick mit Sonnenmilch eingecremt“, betonte Leonie, ehe sieben DJs trotz großer Hitze dem Publikum bis 22 Uhr kräftig einheizten und abwechslungsreichen Mix aus House, Electro-Playlists und fetten Beats durch den Park schallen ließen.

Bliebe nur noch die Frage nach der Entstehung des Namens. Beim Aufbau holten sie sich einen Sonnenbrand, scherzten die Studenten. „Nein, im Ernst, wir wissen es nicht mehr“, sagte Münzer.

Mehr von RP ONLINE