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Leverkusen setzt ein Zeichen: Mit Orange Gewalt gegen Frauen ächten

Leverkusen setzt ein Zeichen : Mit Orange Gewalt gegen Frauen ächten

Zum vierten Mal in Folge unterstützt Leverkusen die weltweite Aktion „Orange your City“. Der Gedenktag wurde vom Zonta-Club International initiiert. Durch angestrahlte Gebäude bekennen teilnehmende Städte Farbe. Auch in Deutschland ist laut Zonta jede dritte Frau von Gewalt betroffen.

In der BayArena dominierten am Donnerstag die Farben Grün und Weiß anstelle von Orange. Aber nur, weil dort die Europa-League-Partie Bayer Leverkusen gegen Celtic Glasgow ausgetragen wurde und mit 3:2 erfolgreich für die Gastgeber endete. Im nächsten Jahr wird das Stadion wieder in Orange leuchten – genau, wie zuletzt viele andere Bauwerke und Gebäude in der Stadt, zum Beispiel Rathaus, Schloss Morsbroich, Erholungshaus, Wasserturm und diverse Leverkusener Kirchen.

Sie alle unterstützten bereits zum vierten Mal in Folge die Aktion „Orange your City“, weltweit im Jahr 2012 initiiert durch Zonta-International, 2018 adaptiert vom Zonta-Club Leverkusen. Damit bekennt Leverkusen zugleich Farbe gegen Gewalt an Frauen.

Seit Beginn beteiligt sich auch der Funkenturm der Karnevalsgesellschaft Altstadtfunken in der Opladener Bahnstadt. Allerdings ist das historische Bauwerk nur von innen beleuchtet, sodass die orange Farbe durch die Fenster nach draußen strahlt und einzelne Fenster ein Zeichen setzen. „Das Außengelände gehört uns nicht, wir können dort nichts installieren“, begründete Turmvogt Rolf Schweigert.

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„Es ist erschütternd, dass wir diesen Tag überhaupt brauchen und es immer noch notwendig ist, darauf aufmerksam zu machen, wieviel Gewalt es an Frauen und Kindern gibt“, verdeutlichte Zonta-Präsidentin Petra Schmidt bei ihrer Ansprache vor dem Funkenturm. „Und das, obwohl es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt, der Gewalt ächtet und unter Strafe stellt.“

Abermals seien die Gewalttaten gestiegen, die an Frauen und Kindern verübt wurden. Weltweit erlebten 35 Prozent aller Frauen körperliche oder sexuelle Gewalt. In Deutschland sei jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Corona habe das Problem weiter verschärft, berichtete Schmidt. Kultur- und Sportdezernent Marc Adomat war in Vertretung für Oberbürgermeister Uwe Richrath gekommen. „Für Gewalt gegen Frauen oder gegen einen anderen Menschen ist in unserer Stadt kein Platz“, sagte er. „Das Thema gehört nicht in unsere Gesellschaft.“ Es sei sehr bedauerlich, dass es dennoch zum Alltag gehöre.

Deshalb sei es zwingend erforderlich, dass Betroffene ausreichende Unterstützung erhielten und Ansprechpartnerinnen vor Ort fänden, die helfen würden und ein offenes Ohr hätten. Zugleich zollte Adomat den Frauenverbänden – einige Vertreterinnen hatten sich ebenfalls eingefunden – großen Applaus für ihre „so wichtige Arbeit“.

Eigentlich war im Anschluss daran eine gemeinsame Tour mit dem von Wupsi gesponserten Zonta-Bus geplant. Wegen Corona war das aber nicht möglich. Nachdem Mirko Simic, Leiter des Kundenmanagements, versicherte, der Bus werde bis zum Sommer weiterhin zur Verfügung stehen, vereinbarten die Zonta-Frauen, die Spritztour mit „ihrem“ Bus auf jeden Fall im Frühjahr nachzuholen.