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Leverkusen: Sensenhammer hat Zukunftssorgen

Museumskrise : Sensenhammer hat Zukunftssorgen

Der Museumsleiter fordert in einem Bürgerantrag ein starkes Bekenntnis der Stadt zum Sensenhammer, um das Haus langfristig erhalten zu können. „So, wie es jetzt läuft, können wir nicht überleben“, schlägt Jürgen Bandsom Alarm.

Es steht nicht gut um die Zukunft des Schlebuscher Industriemuseums Sensenhammer. „So, wie es jetzt läuft, können wir nicht überleben“, schlägt  Museumsleiter Jürgen Bandsom Alarm.

Das habe sich spätestens seit dem Tod von Schmied Siegfried Seiler offenbart. Der Rentner habe seine Vorführungen auch werktags anbieten können, seinem berufstätigen Nachfolger Michael Schmidt sei das nicht möglich. Ohnehin sei das ehrenamtliche Engagement insgesamt rückläufig, also bleibe die Projektarbeit zwangsläufig auf der Strecke. „Wir schaffen es gerade so, alles hinzubekommen, können aber nicht weiterdenken“, offenbart der Einrichtungsleiter, der vom Förderverein unter Vorsitz von Gisela Schäperclaus genau vor einem Jahr ins Amt gewählt wurde.

Mit Blick zurück stellte er nun fest: „Es war eine spannende, intensive Zeit und wahnsinnig viel Arbeit.“ Unter anderem sei der Museumsshop installiert und die Vernetzung innerhalb der Stadt ausgebaut worden. Lediglich der Beginn der Corona-Pandemie habe die weiteren Vorhaben ausgebremst. Allerdings habe man die Zeit seit März gut nutzen können, beispielsweise um das Museum gründlich zu reinigen und WLAN einzurichten.

Wegen der dringend benötigten Unterstützung hatte er sich hilfesuchend an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden gewendet und sein Anliegen bei der Sitzung am 18. Juni vorgetragen. „Wenn wir das Museum langfristig erhalten wollen, brauchen wir ein starkes Bekenntnis von der Stadt Leverkusen“, verdeutlicht Bandsom, der schon mehr als 20 Jahren im Förderverein aktiv ist.

Die Forderungen drehen sich um Übernahme der Personalkosten durch die Stadt für drei Stellen, und zwar für den Museumsleiter, außerdem für Technik und Museumspädagogik. Oder um Gewährung eines regelmäßigen institutionellen Zuschusses. „Diese Investition bekommen Museumsbesucher doppelt und dreifach zurück“, versprach Bandsom, „wir könnten mehr Kurse und ein größeres Kulturprogramm bieten.“ Ergänzend fügte er hinzu: „Wir sind der absoluten Meinung, dass es total gut und richtig für Leverkusen wäre.“

Der Bürgerantrag werde innerhalb der Stadtverwaltung geprüft, schrieb die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. Die Gewährung eines Zuschusses könne durch politische Beschlüsse jederzeit erfolgen. Allerdings sei für die Einrichtung und Bewertung der zu schaffenden Personalstellen eine genaue Betrachtung der Aufgaben und Qualifikationen erforderlich, um den Stellenplan anzupassen.

Die Politik werde mit den Haushaltsplanberatungen 2021 erneut beteiligt. Schon vorher steht das Thema am kommenden Montag, 24. August, bei der ersten Sitzung des Stadtrates nach der Sommerpause auf der Tagesordnung.