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Leverkusen: Schützen sagen reihenweise ihre Feste ab.

Vereine ziehen Reißleine : Schützen sagen reihenweise ihre Feste ab

Ein Ende der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ist nicht in Sicht. Das macht Planungen unmöglich.

Nach den Absagen der Schützenfeste in Hitdorf und Quettingen hat jetzt auch die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Wiesdorf frühzeitig die Reißleine gezogen. Hatte Präsident Walter Endlein am Dienstagvormittag noch verkündet, man werde sich am 20. April mit dem geschäftsführenden Vorstand zusammensetzen und entscheiden, so hieß es am Nachmittag bereits: „Unser Schützenfest ist abgesagt.“ Bis zum Wiesdorfer Schützenfest am 5. Juli wäre zwar noch Zeit geblieben. „Aber dieses Risiko ist mir zu groß“, begründete Endlein, „niemand von uns weiß, wie die Situation bis dahin aussieht.“

Wenn er nun früh genug reagiere, könne er zumindest auf eine gütliche Einigung mit den Musikvereinen und sonstigen Vertragspartnern hoffen. Ausschlaggebend war letztlich die Absage der für 25. April geplanten Proklamation der neuen Bezirksmajestäten des Bezirksverbandes Rhein-Wupper Leverkusen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Bezirksbundesmeister Mathias Tennior: „Wir haben uns zu diesen Schritten entschieden, um unsere Mitglieder und deren Familien zu schützen.“ Die Wiesdorfer Schützen streichen nun nicht nur das Schützenfest, sie vertagen auch sämtliche Aktivitäten ins nächste Jahr. Die Würdenträger bleiben bis dahin im Amt.

Frühzeitig hatten sich die Quettinger Sankt Sebastianus Schützen zu einer Absage des für 17. Mai geplanten Festes durchgerungen. „Wir wollten auf der sicheren Seite sein“, begründete Geschäftsführer Paul Hebbel, da man zum aktuellen Zeitpunkt nicht davon ausgehen könne, dass die Ausgangsbeschränkungen am 20. April beendet seien. Das eigene Schützenfest sei zwar keine „Riesen Geschichte, aber einige Leute kommen doch zusammen.“ Aufgeschoben sei indes nicht aufgehoben. Man finde immer einen Grund zu feiern, sagt Hebbel.

Er denke an ein Sommerfest zum 20-jährigen Bestehen des Schützenbürgerhauses im August. Hebbel versicherte: „Es gab schon schlimmere Zeiten, die das Vereinsleben überstanden hat. Es ist ein tiefes menschliches Bedürfnis, sich zu begegnen und miteinander fröhlich zu sein.“

Weniger optimistisch zeigte sich Heinrich Heitmeier, Geschäftsführer Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf, der das traditionelle Hochfest an Christi Himmelfahrt ebenfalls frühzeitig abgesagt hatte. Heitmeier: „Wir sehen wir uns als Schützenverein in der Verantwortung, unsere Mitglieder, Gäste und Mitbürger zu schützen.“ Das Problem in Hitdorf: „Die Kredite für unser Schützenhaus laufen weiter. Durch das abgesagte Fest und wegbrechende Einnahmen geraten wir zwar nicht direkt in die roten Zahlen, doch geplante Anbauten oder Reparaturen sowie Nachbesserungen fallen weg und sind auf Eis gelegt.“

Rainer Weis, Geschäftsführer Bürgerschützengesellschaft Quettingen, ist im Gegensatz dazu ziemlich entspannt. „Ich gehe davon aus, dass sich die Probleme bis zu unserem Schützenfest am 8. August erledigt haben. Deshalb machen wir uns aktuell noch keine Gedanken über eine mögliche Absage.“ Daher läuft zunächst alles wie geplant weiter. Der Pfarrsaal sei gemietet, die Getränke und Musik bestellt. Lediglich das am 1. Mai geplante Gründungsfest für Mitglieder und Förderer werde verlegt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, erklärt Weis.