Leverkusen: Schüler säen Wildblumenwiese für Bienen

Naturschutz: Schüler buddeln für die Bienen

Noch ist nicht viel von der bald zu erwartenden Blüten- und Gräserpracht zu sehen. Noch ist das mit dicken Seilen eingegrenzte Bett mit seiner Oberfläche aus Sand eher unscheinbar. Dass hier in rund einem Jahr das Leben nur so tummelt, liegt jetzt noch in der Vorstellungskraft des Betrachters.

Doch aus eben dieser sandigen Kuhle wird eine Wildblumenwiese auf dem Naturgut Ophoven erwachsen und ihren Duft versprühen. Die Schüler zweier fünfter Klassen der Gesamtschule Schlebusch hatten nun abwechselnd an zwei Tagen bis zu drei Stunden lang gebuddelt und geschuftet.

„Wir hatten die Erde zuerst etwas abtragen müssen“, erzählt die elfjährige Lena und zeigt mit ihren Fingern eine gut zehn Zentimeter breite Schicht. Das hätten die Schüler immerhin auf einer Länge von rund vier Metern machen müssen. Dann erst füllten sie den entstandenen Raum mit Sand auf – und streuten schließlich Samen auf den neuen Untergrund.

Nun verbinden die meisten Menschen eine blühende, bunte Wiese wohl nicht gerade mit Sand. Der sei jedoch sehr wichtig, sagt Ute Rommeswinkel vom Naturgut. Schließlich mögen die Gräser und Pflanzen auf der Wiese diesen mageren Boden. „Wir haben hier einen eher lehmigen Untergrund. So wird er umstrukturiert“, erklärt sie.

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Zwei- bis dreimal im Jahr wird die große Wiese nahe des Treibhauses gemäht. Ein Moment, auf den Hans-Martin Kochanek gerne verzichten würde – eine Wahl bleibt ihm aber nicht. Denn, so sagt er, würde die Wildwiese nicht gemäht, entstünde an ihrer Stelle wegen der „natürlichen Reihenfolge“ schon bald ein Wald. Das entstehende Heu kommt dann auf die Kompostieranlage.

Zu seiner Freude stehen die meiste Zeit des Jahres heimische Gräser, Pflanzen- und Blumenarten bis zur Hüfte. Eine Wiese, die zwar nicht so schön sattgrün ist wie der Rasen vor den meisten Haustüren, der dagegen aber einen wichtigen Part einnimmt. „Dieser kurze grüne Rasen ist zwar toll zum Fußballspielen, einen ökologischen Sinn hat er aber nicht“, betont Kochanek.

Bis zu 2000 Tierarten können eine naturnahe Wiese bewohnen. Dazu kommen mehr als 60 Blumenarten, die vor allem Bienen und weitere Insekten zum Naschen einladen. Deshalb, sagt Kochanek, fiele ihm das Mähen oft so schwer. Doch schon in wenigen Monaten wird es auf der Wiese wieder sprießen. Und dann blüht sicher auch das neu angelegte Beet der Schüler von der Gesamtschule Schlebusch. Die schulische Projektwoche „Unsere Erde – ein faszinierender Planet“: ein voller Erfolg.