Leverkusen: Schiffstaufe in Hitdorf

Bootstaufe in Leverkusen : „Neptun“ schickt „Biene“ in Hitdorf auf große Fahrt  

Im Hitdorfer Hafen taufte der Meeresgott fünf  Schiffe von Neulingen des Yachtvereins. 

Die „Titanic“ wurde nie getauft. Nur deshalb, so behaupten Legenden, versank sie Anfang des 20. Jahrhunderts bei ihrer Jungfernfahrt in den Fluten. Damit das nicht passiert, sondern alle Schiffe des Yacht-Clubs Wuppertal-Hitdorf (YCWH) und ihre Besatzungen stets wohlbehalten zurückkehren und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben, wurden am Samstag fünf Hitdorfer Motorboote feierlich getauft.

Die Besitzer sind innerhalb des vergangenen Jahres neu in den Club gekommen. Deren Boote, so will es die Tradition, müssen deshalb getauft werden. Erfahrene Skipper wissen um die Bedeutung der Überlieferung, bei der die Namensgebung im Vordergrund steht. Der eine nannte sein Schiff „Calimero“ wie eine italienische Zeichentrickfigur, der andere wählte „Rico“ aus dem Spanischen für „Reich“, ein weiterer gab dem Boot den Namen seiner Tochter „Louisa“.

Den Namen „Cruden Bay“ hatte sich der Kölner Christian Gritsch, der als Geschäftsführer Firma BCC Betriebsgastro Concept-Catering bei Mazda in Hitdorf tätig ist, nicht selbst ausgesucht. Vielmehr hatte er das 200 PS-Motorboot von seinem Arbeitskollegen Uli Mühleis gekauft. Der Mazda-Teamleiter für Konstruktion und Entwicklung ist Schottland-Fan und gab dem Boot schon 1997 den Namen eines malerischen Küstenortes. Auch der irische Schriftsteller Bram Stoker soll Cruden Bay als Urlaubsziel gewählt haben. Angeblich diente ihm das nahe gelegene Slains Castle als Inspiration für seinen Roman „Dracula“.

Zurück nach Hitdorf: Erst vor zwei Jahren hatte Gritsch den Bootsführerschein erworben. „Davon habe ich schon immer geträumt“, erzählte der Mann, der künftig mindestens einmal pro Woche in Hitdorf sein möchte, um auf dem Boot zu entspannen. Mühleis wird allerdings für die nächsten zwei Jahre öfter nach Holland fahren. Dort liegt vorerst sein neues Boot, das er als Nachfolger von „Cruden Bay“ gebraucht gekauft hat. „Es ist leider noch nicht so gut in Schuss“, bedauerte Mühleis.

Nagelneu ist hingegen das 275 PS-Boot von Walter und Angelika Hahn aus Lützenkirchen. Es erhielt den Namen „Biene“. Namensgeber ist hier die Mischlingshündin, die das Ehepaar aus einer Tötungsstation in Gran Canaria gerettet hat. Neu war die Zeremonie auch für Hans-Peter Düllberg, denn es war sein erster Einsatz als Meeresgott „Neptun“.

Souverän ließ er Hochprozentiges über den Bug der fünf Schiffe laufen, die mit Fähnchen, einige zudem auch mit Blumenkränzen geschmückt waren. „Die Blumen müssen so lange am Schiff bleiben, bis sie von alleine abfallen. Sonst bringt es Unglück“, besagt nämlich eine weitere Legende.

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