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Leverkusen schickt Firmlinge auf Wanderschaft

Von Leverkusen nach Dormagen und Altenberg : Firmlinge pilgern diesmal – zu sich selbst und zu Gott

Zur Vorbereitung auf das Sakrament schicken die katholischen Pfarren in Leverkusen-West die Jugendlichen diesmal auf Wanderschaft.

Bei körperlicher Betätigung wird auch der Geist beweglicher. Jedenfalls ist es wahrscheinlicher, im Stuhlkreis in einem geschlossenen Raum abzuschalten, als während einer Aktivität an der frischen Luft wegzudösen. Indoor-Versammlungen sind derzeit ohnehin gar nicht oder nur mit Einschränkungen möglich. Deswegen haben Diakon Christian Engels und Pastoralreferent Franz-Josef Ostermann nach einer alternativen Form der Firmvorbereitung im Bereich Leverkusen-West gesucht. Es schien ihnen weder reiz- noch sinnvoll, dem Homeschooling und virtuellen Freizeitbeschäftigungen noch ein wöchentliches Zoom-Meeting hinzuzufügen. Denn davon haben alle mittlerweile genug, und besonders Jugendliche sind froh über jedes „reale“ Treffen.

Außerdem seien ihm und seinem Kollegen die persönlichen Begegnungen mit jungen Menschen viel zu wichtig, sagt Engels. Deswegen wollen sie die Firmvorbereitung nun in freier Natur gestalten. Alle Firmlinge werden die Wanderschuhe anziehen und sich auf Pilgerschaft zu verschiedenen Orten in der Umgebung begeben. Dabei ist vor allem der Weg das Ziel. Gemäß aktueller Corona-Schutzverordnung sollen die Jugendlichen jeweils zu zweit losgehen und sich dabei über vorgegebene Fragen austauschen. Einige Katecheten begleiten mehrere solcher Kleingruppen, mit denen sie zuvor telefonisch und digital Kontakt aufgenommen haben.

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Es gehe darum, beim Laufen ein Gespür für die Natur zu entwickeln, erläutert Engels. Denn schon der Aufenthalt in Gottes Schöpfung mache etwas mit einem. Vor allem aber wolle man das Nachdenken über den eigenen Lebensweg anregen. Sich dessen bewusst zu machen, darum gehe es schließlich bei der Firmung, bei der die jungen Menschen nicht nur gesalbt, sondern auch gesandt werden, um die empfangene Kraft Gottes an andere weiterzugeben.

 „Der Weg ist das Ziel“, sagt Diakon Christian Engels.
„Der Weg ist das Ziel“, sagt Diakon Christian Engels. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Im Alter von etwa 16 Jahren sind viele noch in der eigenen Findungsphase. Deswegen werde es im Pilgerrucksack auch mehr Fragen als Antworten geben, sagt Engels. Schließlich sei es etwas sehr Persönliches. Insofern ist diese Form der bewegten Firmgruppen eigentlich viel mehr als nur eine coronataugliche Alternative. Wenn alles so läuft wie geplant, werden die Erfahrungen vielleicht nahelegen, Ähnliches auch nach überstandener Pandemie beizubehalten.

In dieser Woche findet die letzten Informationsveranstaltung für Eltern statt. Ab nächster Woche können sich die Jugendlichen zur Firmung Ende des Jahres anmelden. Die Vorbereitungstreffen beginnen im Juni, wegen der Pandemie später als ursprünglich geplant. Engels rechnet für Hitdorf/Rheindorf mit mehr Anmeldungen als sonst, weil im vergangenen Jahr die Firmungen wegen Corona storniert wurden.

Die Rheindorfer Kirche Heilig Kreuz ist inzwischen so umgestaltet, dass dort unter Corona-Auflagen 170 Menschen am Gottesdienst teilnehmen können. Wenn man von etwa 120 Firmlingen, verteilt auf drei Termine, ausgehe, sei dort genügend Platz auch für Angehörige. Der erste Firm-Pilgerweg wird die Gruppen nach Monheim führen. Das sei die kürzeste Strecke – zur Eingewöhnung. Als weitere Ziele nennt er unter anderem die Kirche in Bergisch Neukirchen, den Altenberger Dom und das Kloster Knechtsteden in Dormagen. Für jede Tour gibt es ein bestimmtes Thema.

Die Firmung von Jugendlichen aus Rheindorf und Hitdorf soll an drei Terminen (26., 28. November, 10. Dezember) in der Kirche Heilig Kreuz stattfinden. Näheres und Anmeldung unter www.sankt-aldegundis.de.