Leverkusen: RP-Mitarbeiterin im Elferrat bei der Kostümsitzung der Prinzengarde

Der Blick vom Podium : Warum der Präsident so viele Raketen gibt

RP-Mitarbeiterin gastierte im Elferrat bei der Kostüm-Sitzung der Prinzengarde – mal eine andere Perspektive vom Podium aus.

Fünf Raketen. So viele Salven und Applaus, bei dem man zuerst klatscht, dann mit den Füßen trampelt und zum Schluss jubelt, feuerte das Publikum auf Geheiß von Peter Schmitz für besonders gelungene Vorführungen ab. Wie viele genau es im Vorjahr waren, ist mir entfallen. Weil ich offenbar zu kritisch über „zu viele Raketen“ berichtet hatte, erhielt ich die Einladung des Präsidenten, das Geschehen einmal aus seiner Sicht zu betrachten.

Nun bin ich also hier auf dem Podium und sitze bei der Kostümsitzung im Elferrat der Prinzengarde Leverkusen. Der Blick von der anderen Seite, so nah am Geschehen, ist spannend und interessant. Vorführungen von Tanzgruppen wie Rheinmatrosen oder Colonia Rut Wiess schienen nie flotter, Mariechen nie höher geflogen und Vorführungen nie gewagter gewesen zu sein. „Bei euch ist es besser, als in Kölle“, lobte vorne der Kommandant, während sich im Hintergrund ein Tänzer die verletzte Hand rieb.

Für die Gruppen gab es viel Beifall. Und Raketen. „Die Zuschauer wollen das“, verdeutlichte Peter Schmitz, während ich beschäftigt war, den Künstlern von oben die Wassergläser als kurze Erfrischung zu reichen.

Es war warm. Nicht nur wegen der Scheinwerfer. Sondern auch wegen des vielen Schunkelns. Eigens deshalb hatte der Präsident zwei kleine Ventilatoren aufgebaut, die ihm unaufhörlich ins Gesicht pusteten. Daneben lagen ein kleiner Vorrat mit Pfefferminz-Bonbons und ein Ablaufplan mit Stichworten, die verschieden farbig markiert waren.Unterstützung für den „Chef“ kam vor allem von Sven Hartmann, Gardekoch der Prinzengarde und Chef des Organisationskomitees Elferrat. An seiner Seite saß Carsten Hennes, der per WhatsApp den Kontakt zu Literat Norbert Bauer hielt.

Wer denkt, der Präsident hätte ein leichtes Amt, irrt. Es bedeutet fünf Stunden volle Konzentration. Er muss ständig aufmerksam und immer bereit zu einer Reaktion sein. „Seit elf Jahren bin ich Präsident der Prinzengarde“, erläuterte Peter Schmitz. „Doch zu Beginn jeder Sitzung bin ich genauso aufgeregt, wie beim ersten Mal.“ Das Schlimmste, was ihm passieren könnte, wäre ein Loch im Programm. Wenn ein Künstler komplett ausfällt, ist Improvisationstalent gefragt. Dann zieht Peter Schmitz sein Ass aus dem Ärmel und singt. Als Ex-Prinz kann er das.

Das Lob für den gelungenen Abend war nach Sitzungsende wirklich verdient. Zu mir sagte er lachend: „Jetzt weißt du, warum ein Präsident so viele Raketen gibt.“

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