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Leverkusen: Rosa Schleife für Brustkrebsfrüherkennung

Gesundheit in Leverkusen : Brustkrebs: Rosa Schleife wirbt für Früherkennung

„Wird Brustkrebs früher erkannt, ist die Behandlung weniger belastend und bei den meisten Frauen auch erfolgreicher“, heißt es in einer Broschüre des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Seit 15 Jahren existiert das Mammographie-Screening-Programm in NRW. Seit Mittwoch flattert die „Rosa Schleife“ auf der Fahne vor dem Rathaus, um für die Früherkennung von Brustkrebs zu werben. Gehisst wurde sie von Oberbürgermeister Uwe Richrath, Centermanagerin Kathrin Schubert sowie Susanne Brandt vom Fachbereich Brustdiagnostik der Med 360° und Michael Pauser, Marketingleiter der Med 360°. Das Symbol der Kampagne bleibt im gesamten „Brustkrebsmonat“ Oktober dort hängen.

Fachleute gehen davon aus, dass pro 1000 Frauen, die 20 Jahre lang am Mammographie-Screening teilnehmen, etwa zwei bis sechs vor Brustkrebs bewahrt werden. Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. In Deutschland haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Möglichkeit, eine solche Routineuntersuchung alle zwei Jahre in Anspruch zu nehmen. Brustkrebs verhindern kann sie nicht. Aber sie gilt als gute Früherkennung von kleinen, nicht tastbaren Tumoren. Besonders gut zu erkennen ist der sogenannte Mikrokalk, also kleinste Kalkablagerungen, die auf Umbauprozesse im Gewebe hindeuten. Bei vielen Frauen, bei denen später eine Form von Brustkrebs festgestellt wird, war Mikrokalk das erste Anzeichen für die Erkrankung. „Wird Brustkrebs früher erkannt, ist die Behandlung weniger belastend und bei den meisten Frauen auch erfolgreicher“, heißt es in einer Broschüre des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Kritiker der Mammographie bringen andere Argumente ins Spiel. Sie führen an, der Nutzen der regelmäßigen Mammographie würde die Risiken nicht aufwiegen und verweisen auch auf unnötige Untersuchungen, Beunruhigung sowie Überdiagnosen und damit sogar eventuell überflüssige Behandlungen. Diese Sorge ist nicht unberechtigt. Nach Angaben des Krebsforschungszentrums kann es „auch bei sorgfältiger Durchführung dazu kommen, dass die Mammographie keinen eindeutigen Befund ergibt.“ Solche unklaren Ergebnisse müssten durch neuerliche Mammographien und/oder Ultraschalluntersuchungen und eventuell durch die Entnahme einer Gewebeprobe abgeklärt werden.

Eine Alternative zur Mammographie gibt es nicht. Insgesamt wird der Nutzen einer frühen Entdeckung von Brustkrebs deshalb größer eingeschätzt, als das Risiko von möglichen Schäden durch Röntgenstrahlung, die bei der Untersuchung eingesetzt wird. Dazu sagte Susanne Brandt: „Es geht um Strahlungen. Dabei besteht immer eine potentielle Gefahr, dass Krebs ausgelöst wird.“ Experten der Deutschen Krebshilfe raten deshalb, sich bei Bedenken an den Arzt zu wenden.