Britische Mutation in Leverkusen 15 Bewohner bei Corona-Ausbruch in Altenheim gestorben

Leverkusen · In einem Seniorenzentrum in Leverkusen gibt es einen massiven Corona-Ausbruch mit der britischen Mutation des Virus. 15 Bewohner sind bereits gestorben. Besonders tragisch: Kurz nach dem Ausbruch wurden Senioren und Mitarbeiter geimpft.

 Einsatzkräfte in Schutzanzügen stehen mit einer Trage vor dem Awo-Seniorenheim in Leverkusen-Rheindorf. 

Einsatzkräfte in Schutzanzügen stehen mit einer Trage vor dem Awo-Seniorenheim in Leverkusen-Rheindorf. 

Foto: Miserius, Uwe (umi)

In dem Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Stadtteil Rheindorf haben sich insgesamt 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter angesteckt. In dem Altenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, bestätigte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen am Sonntag. Diese Variante war zunächst in Großbritannien entdeckt worden. Die Stadt geht davon aus, dass alle mit dem britischen Virusstamm infiziert sind. Insgesamt sind 17 Bewohner in dem Heim gestorben. Bei zwei Fällen war die Infektion im Nachhinein nicht mehr nachweisbar, aber nicht auszuschließen.

Der erste Fall sei am 28. Dezember diagnostiziert worden, sagte die Sprecherin. Danach habe sich die Infektion sukzessive ausgebreitet. Im Nachhinein sei nachvollzogen worden, dass das Virus durch das Personal in das Seniorenheim eingetragen worden sei. Laut Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach ist der erste Fall kurz vor der ersten Impfung am 30. Dezember aufgetreten, die übrigen danach.

Am Tag vor Silvester waren in der Senioreneinrichtung den Angaben zufolge 150 Personen geimpft worden. Die zweite Impfdosis hatten am 20. Januar 110 Menschen erhalten, 40 konnten nicht geimpft werden, weil sie sich angesteckt hatten.

 Ein Schild mit der Aufschrift "Wir trauern um unsere verstorbenen Bewohner und Bewohnerinnen“ steht am Eingang.

Ein Schild mit der Aufschrift "Wir trauern um unsere verstorbenen Bewohner und Bewohnerinnen“ steht am Eingang.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Die Erstimpfung biete noch keinen vollständigen Schutz: „Die ganze Schutzwirkung tritt erst 14 Tage nach der zweiten Impfstufe ein“,sagte der Leiter des Leverkusener Gesundheitsamts, Martin Oehler. Am kommenden Mittwoch seien diese zwei Wochen im Heim vorüber. „Dann könnte mit einer Beruhigung zu rechnen sein.“

Kostenpflichtiger Inhalt Oehler gab zu bedenken, dass die Mutation weitaus ansteckender sei und sich das Virus so im Altenheim sehr leicht und schnell verbreiten konnte. Zudem gebe es Hinweise, dass eine Infektion möglicherweise schwere Verläufe hat.

Die Mitarbeiter würden seit dem Sommer wöchentlich mit einem PCR-Test überprüft und seit Dezember zusätzlich mit einem Schnelltest. Zudem werden die Tests von Kontaktpersonen von B.1.1.7-Betroffenen intensiviert. „Wir müssen versuchen, den britischen Virus-Stamm einzudämmen, sonst gehen die Zahlen wegen der schnelleren Infizierung deutlich nach oben“, sagt Oehler und mahnt zum Einhalten von Maskenpflicht, Abstand und Kontaktbeschränkungen.

(top/dpa)
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