SPD hatte Vergünstigungen für Leverkusener im Ruhestand beantragt Rat lehnt zehn Prozent Seniorenrabatt ab

Leverkusen · Ruheständlern generell Ermäßigung auf Angebote, etwa im Kulturbereich, zu gewähren, lehnte die Mehrheit des Gremiums ab. Statt mit der Gießkanne pauschal auszuschütten, solle man gezielt helfen, kritisierte etwa die CDU am SPD-Antrag.

Mit ihrem Antrag auf einen speziellen Rabatt für Menschen ab 65 Jahren in der Stadt kam die SPD nicht durch.

Mit ihrem Antrag auf einen speziellen Rabatt für Menschen ab 65 Jahren in der Stadt kam die SPD nicht durch.

Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Ermäßigten Tarifen für Senioren hat der Stadtrat jetzt eine Absage erteilt. „Das ist schon ein Zeichen an die ältere Bevölkerung. Nachdem der Antrag für einen Seniorenrat schon keinen positiven Beschluss im Rat bekam, fand sich auch für unseren Antrag auf ermäßigte Tarife für Menschen im Ruhestand keine Mehrheit“, mault die SPD im Nachgang zur Sitzung. „Unverständlich, denn hier in Leverkusen leben mehr als 36.000 Seniorinnen und Senioren, denen wir damit eine Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ermöglichen wollten.“ Exakt seien es 36.352 Menschen über 65 Jahre, „das sind mehr als 21 Prozent der Leverkusenerinnen und Leverkusener“. Nicht alle Menschen mit kleinen Renten und Pensionen erhielten die Grundsicherung im Alter, die die Beantragung des Ausweises „Leverkusen für alle“ erlaube und somit Vergünstigungen ermögliche.

Genau da lag für viele Ratsvertreter aber der Knackpunkt. Die SPD forderte, das Gremium soll die Stadt anweisen, „in den Gebührenordnungen der städtischen Einrichtungen eine generelle Ermäßigung von zehn Prozent für Menschen im Ruhestand festzulegen“. CDU-Ratsherr Tim Feister warf der SPD einen Showantrag vor. „Teilhabe von Senioren ist gut, Hilfe auch. Dann aber zielgerichtet. Es sind nicht alle im Ruhestand auch pauschal bedürftig.“ Alle Leverkusener, die bedürftig seien, bekämen bereits mit dem Leverkusen-Pass Ermäßigungen.

Valeska-Hansen (FDP) stimmte zu. „Es gibt bereits Angebot, zum Beispiel den Seniorentag im Kino.“ Allgemein die Gießkanne auszuschütten, das hielten etliche Fraktionen für falsch. Es lebten auch Ruheständler in der Stadt, die im Monat mehrere Tausend Euro zur Verfügung hätten, hieß es. Stefan Baake (Grüne) war das Thema insofern mulmig, als dass „ein Vermischen mit der Bedürftigkeitsfrage stattfindet“. Würde es stattdessen einfach darum gehen, durch Vergünstigungen die Lebensleistung von Menschen ab 65 zu würdigen, wäre das schon eher nachvollziehbar. Ergebnis der langen Debatte: Die Ratsmehrheit lehnte den SPD-Antrag ab.

(LH)
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